“112 – Ihr Anruf könnte Leben retten”
Heute passierte mir etwas, von dem ich gerne berichten möchte, weil es mich sprachlos macht.
In meiner Mittagspause befand ich mich mit einigen Kollegen auf dem Weg zur Kantine, die in einem anderen Gebäude liegt, als vor unseren Augen eine Frau zusammenbrach.
Sie kippte einfach nach vorne, blieb reglos auf angezogenen Knien liegen, ihr Gesicht auf dem Asphalt. Der Hund, den sie an der Leine geführt hatte, sprang wild bellend um sie herum.
Zu dem Zeitpunkt befanden sich relativ viele Menschen in der Nähe, die teilweise stehenblieben und guckten, teilweise aber auch demonstrativ wegguckten und schnell weitergingen.
Wir Stehengebliebenen hegten die Hoffnung, die Frau würde wieder aufstehen. Dem war aber nicht so, sie bewegte sich nicht, röchelte und Rufe nach einem Krankenwagen und Hilfe wurden laut.
Anscheinend hatte keiner außer mir ein Telefon dabei (komisch, wo doch sonst alle permanent an ihren Smartphones rumfummeln), also ergriff ich die Initiative und rief 112.
Ich war ziemlich aufgeregt, weil ich Angst hatte, sie würde vor unseren Augen sterben.
Es meldete sich ein Mann, dessen barschen Tonfall ich zu dem Zeitpunkt noch unter ‘Professionalität’ verbuchte …
Mann: “Sie haben den Notruf gewählt. Geben Sie ihren Standort an.”
Ich: “Hallo, hier spricht Victoria XY. An der Rückseite des ‘Gruner & Jahr’-Gebäudes ist eine Frau zusammengebrochen. Sie bewegt sich nicht mehr.”
Mann: “Welche Straße?”
Ich: “Ich weiß nicht wie die heißt. Hinter dem Gebäude. Auf der Wiese vor dem Michel.”
Dazu muss man wissen, dass sowohl das Verlagsgebäude, als auch die Michelwiese in Hamburg jeder einigermaßen Ortskundige kennt.
Mann: “Die Straße!”
Ein Kollege rannte los, suchte ein Straßenschild und rief mir den Straßennamen zu, den ich dann weitergab.
Die Frau atmete sehr schwer. Was mich besorgte: Ihre Hände und ihr Gesicht waren Krebsrot, alles was man sonst an Haut sehen konnte Kalkweiß.
Mann: “Was ist passiert?”
Ich: “Eine Frau ist zusammengebrochen. Sie atmet sehr schwer.”
Mann: “Ist die Frau alkoholisiert?”
Neben ihr lag eine Bierflasche, die wohl ihr gehörte, aber über ihren Alkoholpegel wollte ich keine Vermutungen anstellen. Im Übrigen: Muss alkoholisierten Menschen NICHT geholfen werden, wenn es ihnen ganz offensichtlich nicht gut geht?
Ich: “Vermutlich. Ich weiß es nicht. Es geht ihr nicht gut!”
Mann: “Fragen Sie sie, ob sie Hilfe benötigt!”
Ich: “Die Frau ist nicht ansprechbar!!!”
Mann: “Fragen Sie sie, ob sie Hilfe benötigt!”
Ich: “Entschuldigung! Die Frau kann nicht sprechen. Sie liegt mit dem Gesicht auf dem Asphalt und rührt sich nicht! Ich bezweifle, dass sie gerade entscheiden kann, ob sie Hilfe benötigt!!!”
Mann: “Sie kann das entscheiden. Fragen Sie sie, ob sie Hilfe benötigt!”
Ich: “Meine Güte!”
Ich beugte mich zu ihr herunter, fragte, ob sie Hilfe benötige, was sie natürlich nicht beantwortete.
Ich ins Telefon: “Sie kann nicht antworten. Sie ist nicht ansprechbar!”
Mann: “Geben Sie ihr Ihr Telefon.”
Ich: “Verstehen Sie nicht!!!?? Die Frau kann das Telefon nicht halten. Sie liegt mit dem Gesicht auf dem Asphalt und bewegt sich nicht! Sie röchelt und sieht sehr schlecht aus!”
Mann, in erzieherisch-strengem Tonfall: “Ich habe Ihnen nichts getan. Wie reden Sie eigentlich mit mir?”
Ich: “Ich habe das Gefühl, hier verstreichen kostbare Minuten, in der man dieser Frau helfen müsste! Das darf doch wohl nicht wahr sein!”
Er: “Wie Sie wollen!”
… und legte auf!
Immer wieder liest man, dass bei Schlaganfällen und Herzinfarkten jede Minute zählt, unterlassene Hilfeleistung ist außerdem strafbar, in den Medien wird gerne über mangelnde Zivilcourage geklagt.
Ich erwarte ja nicht, dass man helfenden Menschen Blumensträuße und Präsentkörbe überreicht, aber sie so zu behandeln, wie es mir passiert ist, geht über mein Verständnis.
Der Krankenwagen kam übrigens und forderte dann wegen des schlechten Zustandes der Frau zusätzlich noch einen Notarztwagen an.
NACHTRAG wegen einiger Comments:
Es waren diverse andere Menschen anwesend, die dann – während ich telefonierte – versuchten, die Frau anzusprechen und Erste Hilfe leisteten.
Dementsprechend war für Hilfe gesorgt und Comments zum Thema “Erste Hilfe-Kurse” sind hinfällig.
Was aber hat das mit dem Verhalten des Mannes am Telefon zu tun? Mit geht es hier um die Wiedergabe eines Telefonats, dass gestern genau so passiert ist. Ich habe es mir weder ausgedacht, noch etwas dazugedichtet. Der Anruf erfolgte um 13:02, ich habe etliche Zeugen und mit Sicherheit besteht ein Anrufmitschnitt in der Leitstelle.
Als Profi müsste ein Mensch am Ende einer Notrufleitung in der Lage sein, mit der Aufregung von Anrufern umzugehen. Auflegen ist in keinem Fall angemessen, da keiner von uns danach wusste, ob nun ein Rettungswagen kommen würde oder nicht.
AKTUELL:
Die Pressestelle der Hamburger Feuerwehr hat sich mit mir in Verbindung gesetzt und wird dem Fall nachgehen. Ihnen liegt ein Telefonmitschnitt vor, der jetzt ausgewertet wird.
Ich werde keine Anzeige erstatten. Mir geht es nicht darum, jemandem zu schaden. Ich erwarte allerdings, dass der Herr am anderen Ende der Leitung gegenüber seinen Vorgesetzten zu dem Vorfall Stellung beziehen muss und evtl. nachgeschult wird.
Es liegt nicht in meinem Interesse, ‘die Hamburger Feuerwehr’ in schlechtem Licht darzustellen und pauschal zu verurteilen, da ich selbst bei einem Wohnungsbrand schon sehr gute Erfahrungen gemacht habe. Darum bitte ich Euch auch, in den Kommentaren sachlich zu bleiben.
Mit meinem Artikel gebe ich lediglich einen Einzelfall wieder.
Betr. COMMENTS
Wegen der riesigen Resonanz auf diesen Artikel und der Menge an teilweise sehr langen Kommentaren – beides hat mich völlig überrollt und lag außerhalb meiner Vorstellungskraft – habe ich nun die Kommentarfunktion deaktiviert, da ich momentan zeitlich nicht dazu komme, sie zu lesen und freizuschalten. Ich denke, es ist inzwischen von den Lesern auch jeder Aspekt beleuchtet worden.
Ich bitte um euer Verständnis.
ABSCHLIESSEND
Ich bekam gestern einen Anruf von dem Pressesprecher der Hamburger Feuerwehr, Herrn Stahl.
Ich wurde eingeladen, die Notrufzentrale zu besuchen, um mich von der dort herrschenden professionellen Vorgehensweise zu überzeugen, was ich im August gerne tun werde.
Man habe sich den Anrufmitschnitt angehört und der Mitarbeiter habe sich korrekt verhalten, da er sich strikt an das standarisierte Frageprotokoll gehalten habe.
Einzig offen bliebe, wer aufgelegt hätte. Der Mitarbeiter könne sich daran leider nicht mehr erinnern …
Da nun aber der strittige Punkt gerade das Auflegen ist – und die Unsicherheit darüber, ob ein Rettungswagen kommen würde oder nicht – ist diese Aussage für mich natürlich äusserst unbefriedigend.
Ich bat Herrn Stahl darum, selbst den Tonmitschnitt anhören zu dürfen. Er wird die Rechtslage dazu klären und evtl. werde ich im August dazu die Möglichkeit haben. Bis dahin ist für mich das Thema erst einmal abgeschlossen.
Vielen Dank für euer Verständnis.
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krass ….
ich bin sprachlos & schockiert ….
Einfach unglaublich…..
das ist unglaublich! ich hoffe der typ sitzt da nicht mehr lange, denn der ist da fehl am platz! echt krass!
toll, dass du aktiv geworden bist und hilfe holen wolltest. Die letztliche reaktion wundert mich auch und macht mich traurig, weil dabei nicht nur hilfe verzögert sondern auch alle erfolgreichen hilfseinsätze überschattet werden.
Nur zu thema ortskundigkeit wollte ich anmerken, dass die 112 keine regionale hilfsnummer ist, und man leider nicht voraussetzen kann, dass jeder mitarbeiter sich hier und dort und überall auskennt.
Davon abgesehen zeigt das beschriebene gespräch deutliches fehlverhalten seitens der notrufnummer :/ hoffentlich konnte der frau dennoch rechtzeitig geholfen werden.
Also so weit ich das aus Wikipedia-Wissen rekonstruieren kann, hat Hamburg durchaus eine eigene Leitstelle (http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_BOS-Leitstellen#Hamburg). Von daher würde ich schon davon ausgehen, dass der Anruf auch dort landete. Wäre ja auch Quatsch, wenn man den an ein Cll-Center sonstwo leiten würde. Eben gerade für solche Fälle, wo wenigstens grundlegende Ortskenntnisse gefragt sind.
Sowas tut mir weh.
Da ist so viel falsch gelaufen, ich will gar nicht Fehler kommentieren. Wenn ich Deinen Bericht lese, erkenne ich, wie der Typ am Telefon (den ich keineswegs in Schutz nehmen will) versucht, Dich dazu zu bringen, ihm über den Zustand der Person ‘Bewusslos/Nichbewusstlos’ Auskunft zu geben (die Ansprechversuche, Standardprozedere, korrekt!) .
Er ist vermutlich auch einer von denen, die pausenlos solche Anrufe wie Deinen kriegen und die unter Budgetproblemen leidende und damit überarbeitete Organisation der Rettungstruppen zu schützen versucht. In dem er meint, er müsse unnötige Einsätze verhindern. Besoffene kippen ja öfter mal um (wenn ich das mal sehr salopp sagen darf), für sowas reichen dann die Ressourcen nicht mehr.
Deine Enttäuschung, inklusive der Empörung verstehe ich sehr gut, ich war in meiner Welt während vielen Jahren Feuerwehrmann, Offizier, für Ausbildung und Moral zuständig.
Allerdings wage ich auch, leise Kritik an Deinem und dem Verhalten der Umstehenden zu äussern. In so einem Fall lässt man nicht Leute mit roten Köpfen auf der Strasse liegen und betätigt das Telefon, ohne nicht auch selber mal Hand anzulegen. Müsst ihr in D nicht wenigstens sowas wie einen Nothelferkurs machen, damit Ihr einen Führerschein kriegt? Du kommst in Deinem Bericht ziemlich hilflos herüber.
Wieder, ich verstehe das, aber vielleicht wäre es der Ansporn dazu, selber etwas mehr zu tun in so einem Fall, oder auch mehr vorbereitet zu sein?
LG aus Zürich
Moment! Ich war die Einzige, die überhaupt regiert hat. Natürlich war ich hilflos, aber hätte ich telefonieren UND aktiv erste Hilfe leisten sollen? Im Übrigen habe ich keinen Führerschein und bei einem Herzanfall oder Schlaganfall wüsste ich nicht, wie ich “Hand anlegen” soll.
Deine Hilfe war richtig, aber Du hättest zumindest jemand anderen darum bitten können, erste Hilfe zu leisten. Es gilt grundsätzlich: Erste Hilfe ist vorrangig, egal wer das tut, dann 112 anrufen!
stimm nicht. immer erst 112 anrufen, DANN erste hilfe leisten!!!
Meine Güte, hast du da einen Gesprächspartner in der Leitstelle erwischt … gruselig! Aber offenbar hat man hier in Hamburg die Anweisung, unnötige Einsätze möglichst schon im Vorfeld auszuschließen.
Für’s nächste Mal: keine Umschreibungen, knappe Fakten, und nicht so verdammt ehrlich sein: “Alkohol? Das kann *ich* doch nicht feststellen. Die Person ist *bewusstlos* und reagiert nicht mehr.”
Nicht beschreiben, ob da wer röchelt, das Telefon nicht mehr halten kann, was immer. Der Typ in der Leitstelle kann und soll keine Ferndiagnose stellen. Du redest da mit keinem Arzt, sondern mit einem Telefonisten, der eine Liste abzuhaken hat. Bewusstlosigkeit ist ein Punkt auf dieser Liste, Röcheln nicht.
“Nicht ansprechbar” ist unter Sanitätern synonym für “bewusstlos”. Insofern hast du eigentlich alles richtig gemacht, denn spätestens bei diesem Fachbegriff hätte der Haken auf die Abfrageliste gesetzt und der Rettungswagen losgeschickt werden müssen. Aber Telefonisten sind leider nicht unbedingt Sanitäter.
Ruf doch bitte bei der zuständigen Leitstelle bzw. Feuerwehr an und beschwere dich! Sowas darf in Deutschland nicht passieren!
Meine (einzge) Erfahrung mit der Nothilfe stelle in Deutschland (nähe Johannisberg – wie der Wein) war: ihre Hauptanliegen war mich zu überzeugen, dass der Verletzte keine Hilfe braucht. Als wir nach 1 Stunde erfolglos um Hilfe gebeten habe (Keine Spital has platz für Sie. Sie werden studenlang warten müssen”) sind wir dem Kind (von ortsansässigen Deutschen Kollegen) zur nächst gelegenen Spital gefahren, wo dann nach Röntgen mit Vedacht auf Schädelbruch mit Abulanz und Blaulich zum Mainzerspital gefahren wurde. (Der behandelde Arzt hat uns auch beschimpft – ich habe Ihnen gesagt, wir können ihm behandeln.)
Noch erschuttender: Im Mainz, die Aertze und Pfelge die ihn aufgenommen haben waren die gleichen, die ihn 23 Stunden später verabschiedet haben. Sie waren machten Schichten von 24Std! Ob sie schlafen können, hängt davon ab, wie heiss war die Nacht!
Inkompetente Menschen an sensieblen Arbeitsplätzen sind der Hass!
Geh zur Polizei und zeige diese Handlung an. Unterlassene Hilfeleistung. Die genaue Uhrzeit sowie deine Telefonnummer sollte der Polizei reichen um den Mitarbeiter in der Zentrale ausfindig zu machen. Das ist ein starkes Stück…
Genau so würde ich das auch machen. So jemand gehört nicht in die Notrufzentrale!
Gut, dass war krass. Aber theoretisch hättest du zuerst die erste HIlfe anwenden müssen, also fragen was los ist, wo es wehtut, checken ob sich die Frau noch bewegen kann, dann stabile seitenlage oder die schocklage und dann darf man erst den rettungsdienst benachrichtigen.
Da standen noch diverse andere Leute. Natürlich haben sie versucht, die Frau anzusprechen.
Wann man den Rettungsdienst benachrichtigen “darf”, ist wohl nicht klar definiert, denn bei manchen Krankheitsbildern kommt es auf Minuten an. Da versucht man wohl besser nicht, erst selbst “herumzudoktern”, bevor man Hilfe holt. Die Reihenfolge ist: Notruf, dann erste Hilfe.
Das alles hätte sie aber nur tun können, wenn sie einen erste Hilfe-Kurs gemacht hätte, da sie aber keinen Führerschein hat, hat sie auch keinen entsprechenden Kurs gemacht, womit sie auch nicht wissen kann/muss, wie das alles geht, somit hat sie eigentlich alles für sie Mögliche getan. Ich würde den Mitarbeiter da auch melden.
Einen echten Erste-Hilfe-Kurs macht man selbst beim Führerschein nicht, das sind nur diese komischen Sofortmaßnahmen am Unfallort oder wie das heißt, sprich beatmen (was man laut ADAC nicht mehr machen muss/soll), Seitenlage Herzmassage. Das hätte hier vermutlich auch nicht viel gebracht, der Anruf war die einzig richtige Handlung. Erste Hilfe ist in D leider kein Pflichtprogramm in der Schule oder so, wer das nicht gelernt hat, kann nunmal nicht mehr tun, als zum Telefon zu greifen und anderweitig Hilfe zu holen. Victoria hat mMn das einzig richtige getan, das Verhslten von dem Typen am Telefon hingegen war unverzeihlich. Im schlimmsten Fall hätte der jetzt ein Menschenleben auf dem Gewissen.
Laura: Pardon, aber Quatsch. Unfallstelle absichern, Notruf absichern, Lebensrettende Sofortmaßnahmen. Ersteres war hier offenbar nicht nötig, zweiteres ist erfolgt.
So ein Quatsch. Man “darf” IMMER den Notruf anrufen.
Du hast alles richtig gemacht, man kann ja nicht von jede_r eine Sani-Ausbildung erwarten, ich hätte auch nicht gewusst was los ist. Und was die Reaktion dieses Mannes angeht … ich denke nicht, dass du das durchgehen lassen solltest. Einfach auflegen, hallo!?
Man sollte das vielleicht mal der Polizei wenden… das sich der Herr hier strafbar gemacht hat, ist wahrscheinlich jedem hier klar.
Einfach unverschämt und verantwortungslos, was hier passiert ist *kopfschüttel*
Ich vermeide es ja sonst eher, vorschnell in meinem Urteil über jemanden zu sein. Aber in diesem Fall muss ich leider sagen, dass das Verhalten des Mitarbeiters allem widerspricht, was ich jemals über Notfallrettung gehört, gelesen und selbst mitgemacht habe. 1. Eine Frau, die als nicht ansprechbar beschrieben wird, soll selbst um Hilfe bitten. Es gibt jedoch genügend klinische und auch für einen medizinischen Laien erkennbare Hinweise, dass sie Hilfe benötigt. Welcher Art diese Hilfe letztendlich sein soll, wird in jedem Einzelfall der Rettungssanitäter oder der Notarzt vor Ort entscheiden. Bis dahin ist sofortiges Handeln geboten; d.h. es wäre der normale Alarmierungsweg einzuhalten. 2. Einfach aufzulegen, weil einem der Tonfall nicht passt, ist der Situation unangemessen und kann im Einzelfall auch Haftungsansprüche auslösen. Das wäre ungefähr so, als würde sich ein Arzt bei der Reanimation über mangelnde Compliance des Patienten beschweren, und die Rea-Maßnahmen einstellen. Meine Reaktion wäre ja gewesen, mir Datum und Zeit des Anrufs zu notieren und dann nochmal ein, zwei Ebenen darüber einzusteigen…am besten schriftlich und mit deutlich ausformuliertem Verweis auf die entsprechenden rechtlichen Bestimmungen. Sorry, aber so ein Vorfall kann mich in Wallung bringen. Viele Grüße, Wickie
Die Anrufe sollten doch auch aufgezeichnet werden, oder? Dann ist es ein leichtes, die Situation zu rekonstruieren, wenn man den Anruf zeitlich eingrenzen kann…
Man sollte das vielleicht mal der Polizei melden… das sich der Herr hier strafbar gemacht hat, ist wahrscheinlich jedem hier klar.
Einfach unverschämt und verantwortungslos, was hier passiert ist *kopfschüttel*
Meiner Meinung, als freiw. Feuerwehrmann, nach hat Victoria richtig gehandelt, indem Sie unmittelbar den Notruf abgesetzt hat. Der Disponent in der Leitstelle hat nach meiner Ansicht den Einsatz falsch abgearbeitet!
Klar hätte Victoria herumstehende (ich nenne Sie mal) “Gaffer” Zwecks “Erster Hilfe” ansprechen können.
Jedoch ist Ihr kein Fehlverhalten anzukreiden.
Solche (recht ähnlichen) Erlebnisse hatte ich auch schon. Vom Mann, der wegen Alkohol-Intox nicht mehr ansprechbar war und bei Minusgraden seit Stunden auf der Wiese lag, bis zum fehlenden Gullideckel mitten auf einem gut besuchten Spielplatz. Bei allen meinen Anrufen gab man mir das Gefühl, dass ich selbst schuld sei, weil ich ja jetzt angerufen hätte. Sicherlich werde ich auch das nächste Mal wieder – in welcher Art auch immer – eingreifen, aber leicht wird das einem so ganz bestimmt nicht gemacht.
@Laura Wo steht das denn, dass Du erst z.B. die stabile Seitenlage anwenden musst? Erste Hilfe ist auch einen Notruf abzusetzen. Wann war dein letzter Erste Hilfe Lehrgang?
Gut, für Leute, die gar nix tun, brauchst Du Dich nicht zu entschuldigen. Das sind bloss Schweine, keine Menschen.
Aber Du hättest mehr tun können. Und DAS ist, was Dich jetzt im Moment – verständlicherweise – etwas irritiert. Weil Du vielleicht realisiert hast, dass es Dein Sohn sein könnte, der mal mit rotem Kopf röchelnd vor Dir liegt. Und Du dann nicht weisst, was zu tun ist?
Come on. Du brauchst keine Ausreden. Behebe Deine Defekte!
Elementare – nur elementare – Grundausbildung zum Thema ‘Erste Hilfe’ wird ja auch in Deutschland noch zu haben sein?
Es geht doch darum, Victoria: Einerseits prangerst Du das Fehlverhalten des Typen von der Notrufnummer an (kann ich nicht beurteilen, war nicht dabei), andererseits hast Du auch nicht gerade die Krone abgeschossen in Deinem Notfallverhalten (in Kombi mit den Kollegen, die dabei waren), so wie ich da lese.
Wie Du aber richtigerweise sagtest, ging es ja eigentlich um die Frau mit der Bierflasche und der roten Birne. Die Energie hätte doch auf die Hilfeleistung vor Ort konzentriert sein sollen. Notruf ja, aber dann bitte selber auch noch was machen.
Oder?
Nicht wissen, ist keine Entschuldigung für nichts tun, aber das wäre dann noch eine andere Diskussion.
Mal bei Bier in Hamburg oder so. Wäre nett. Wird so schnell wohl nicht klappen. Leider.
Deine Kommentare hier sind so unangemessen belehrend und arrogant, gerade in Anbetracht der Situation, das mir die Worte fehlen. Aber hey, soziale Kompetenz kann man lernen. Come on! Geh doch mal nen Kurs in deiner Stadt besuchen. Gibts da sicher auch! Behebe deine Defekte!
Ich halte es für reichlich sinnfrei, einen Laien dafür zu maßregeln, dass er (bzw. sie) tätig geworden ist – im Gegensatz zu den übrigen Passanten, die rasch das Weite gesucht haben. Sie mag nicht jene Handlungen gesetzt haben, die sanitätsdienstliches Personal setzen würden, jedoch hat sie getan, was man als Laie immer tun kann und muss: den Notruf absetzen. Im Text war übrigens von einem Hund die Rede – je nach Situationslage sollte man sich genau überlegen, ob man hier überhaupt gefahrlos tätig werden kann.
Angenommen, in der Bierdose befand sich eine Wespe, die bei der Patientin einen allergischen Schock ausgelöst hat. So etwas geschieht immer wieder und ist nicht abwegig. Als Laie (aber auch als Mediziner ohne Equipment) kann man hier nicht mehr viel machen – da ist ein schnelles Eintreffen der Rettung dringend erforderlich.
… stimme @Wickie voll und ganz zu.
Zeig den Vorfall bei der Polizei an, sonst kann das demnächst nochmal passieren.
Du musst nichts beweisen und brauchst auch keine Angst zu haben, dass die Leute in der Leitzentrale das abstreiten, denn jeder Anruf wird automatisch aufgezeichnet, wird aber nach einer gewissen Zeit gelöscht. Viel Erfolg. Solche Typen gehören nicht in die Leitzentrale.
Ich habe bisher zweimal einen Notarzt rufen müssen, einmal ist es mir dabei ganz ähnlich ergangen. Ich wusste den Straßennamen, war daher auch schwer irritiert, als der Zentralist nachfragte: „In welcher Stadt?“ (Ich lebe in einer Kleinstadt, der Straßenname ist relativ selten.) Es stimmt, der Notruf ist nicht ortsgebunden.
Im ersten Moment dachte ich „Was ist das denn für ein Depp, sofort abziehen aus der Zentrale!“ Im Nachhinein – nein. Notrufzentralisten haben eine nervtötend ruhige Distanz, die man leicht als Stumpfheit interpretiert. Zu einem gewissen Teil mag ich nicht mal ausschließen, dass so ein Job stumpf *macht*.
Aber darüber hinaus muss eine gewisse Distanz sein, um diesen Job machen zu können, immerhin ist es Aufgabe dieser Menschen, wesentliche Informationen von jemandem zu erfragen, der möglicherweise ob der Situation, in der er sich befindet, etwas, sagen wir mal, unruhig ist. Auch haben sie (wie nahezu jeder, der im medizinischen Bereich arbeitet) beruflich bedingt ein sehr viel gelasseneres Verhältnis zur Dringlichkeit medizinischer Hilfe. Ich glaube, die muss man haben, um einen solchen Job überhaupt machen zu können, so absurd das Außenstehenden erscheint.
Davon abgesehen ist es sicherlich absolut falsch und dämlich, in einem solchen Gespräch als Telefonist aufzulegen. Das ist unprofessionell, selbst wenn es sich um einen dieser Tage handeln sollte, an denen solche Zentralisten einen Falschanruf nach dem nächsten bekommen.
Naja, also nach der Stadt kann man ja wohl noch fragen. Bitte nicht übertreiben…
Victoria, ich bin über den Fall sicher genauso geschockt wie du-
muss jedoch vor allem den vorangegangenen Kommentatoren Recht geben und ergänzen:
Malteser und/ oder Rotes Kreuz gibt es in ganz D vor Ort und diese führen zu minimalen oder ganz ohne Beiträge stets Kurse zur 1. Hilfe durch, auch in Unternehmen müssen diese Kurse immer wieder mal wieder gemacht werden, oder bei Vereinen, bei uns zum Beispiel in der DPSG (Pfadfinder) hatte ich meinen letzten Kurs. Da kann man sich stets auch einklinken, bei uns war auch eine weitere Person dabei, der es halt terminlich gepasst hat.
Ich kann mit einem relativ sicheren Gefühl an genau solche umgekippten Menschen herangehen, und das ist ein verdammt gutes Gefühl.
Und dann kann ich auch mein Hand jemandem in die Hand drücken und der Person sagen, sie solle einen Notruf absetzen. Im Normalfall reicht es nämlich vollkommen, den Anweisungen der Stimme zu folgen und ihre Fragen zu beantworten.
Also: Ersthelferkurs in groß und rot auf die To Do-Liste!
Gut Pfad,
Alex
Was wäre denn bei dem Notruf anders gelaufen, wenn sie vorher Erste Hilfe geleistet hätte?
Hallo, bin über Top-Tweets zu diesem Beitrag gekommen ohne dich zu kennen.
Ich bin zwar auch beruflich in diesem Bereich tätig, sehe das aber ein wenig anders, als Ray. Von einem Ersthelfen kann ich nicht erwarten, dass er reagiert wie eine voll ausgebildete Person. Ein Grundkurs Erste Hilfen, der aus 5 Stunden Unterricht kurz vor dem Führerschein besteht, reicht dafür bei weitem nicht aus.
Die Person, die den Notruf entgegennimmt muss in einem Satz erklären können, wofür sie die Info braucht, die sie abfragt. Im Zweifel muss sie erkennen, dass die Information “Die Frau bewegt sich nicht und kann nicht sprechen” gleichbedeutend mit “Bewustlos” ist. Das Verhalten des Mannes erinnert mich ein bischen an einen Lehrer, der alles falsch anstreicht, was nicht genau seinen vorgegebenen Definitionen im Wortlaut entspricht. Und das kann hier nicht sein. Derjenige der Notrufe entgegennimmt,muss den Anrufe leiten können. Schließlich will der Anrufer Helfen. Sonnst würde er nicht anrufen.
In einem solchen Job rechtfertigt “einen schlechten Tag zu haben” auch nicht ein solchens Verhalten.
Ich hoffe, Victoria, dass du und alle anderen die das lesen jetzt kein schlechtes Gefühl haben, noch einmal eine Notrufnummer zu wählen. Wir sind auf Menschen wie euch angewisen, die in aussergewöhnlichen Situationen reagieren. Das muss nicht immer 100% korrekt sein. Wichtig ist, dass man reagiert.
Ich stimme dir 100%ig zu. Natürlich brauchte er Fakten, aber ich hatte das Gefühl, sie ihm gegeben zu haben. Er wiederholte seine Fragen immer nur stupide, so dass sich mir der Sinn nicht erschloss und ich nur das Gefühl hatte: Der will mich ‘erziehen’ und hat keine Lust, eine Betrunkene abzuholen.
Und genauso war’s wohl auch.
Warum wird jetzt eine Geschichte daraus gemacht und gebloggt? Die Leser waren alle nicht dabei und natürlich hast du mit Deiner Wut das Recht, darüber öffentlich zu schreiben. Es hilft aber nicht der Person, um die es ging. Besser und ehrenwerter wäre es gewesen, wenn Du Dir die Menschen vor Ort vorgenommen hättest und laut protestiert hättest! Zivilcourage kann jeder beweisen. Du tust es nicht mit diesem Artikel! Hier im Blog sieht das so aus wie Beifallheischerei!
Hab lange Zeit nicht verstanden was “Tue Gutes und rede darüber” bedeuten soll, mitlerweile weiß ich es.
Bin auch in einer Gesellschaft groß geworden, in der es verpöhnt ist, sich selbst in gutes Licht zu stellen und ich kann verstehen, dass man keine Angeber mag.
Ich mag sie auch nicht.
Allerdings bringen einen Beiträge wie dieser Blogeintrag dazu nach zu denken, wie man selbst handeln würde und helfen einem in so einer Situation richtig zu reagieren.
Die Leute, die dann Beifallheischerei vorwerfen, sind vielleicht auch ein bißchen schuld daran, dass so viele Leute weggucken und nicht helfen, weil sie den Vorwurf scheuen sich einzumischen.
Der Begriff Gutmensch ist in seiner derzeitigen negativen Auslegung das zynischste Unwort, das es überhaupt gibt und lässt mir jedes Mal die Galle hochsteigen, denn wo wird eine Gesellschaft enden, wo es so negativ gesehen wird, wenn man etwas gutes tut?
Tue Gutes und rede darüber
Abwarten. Die Nachricht macht schon die Runde in den “etablierten Medien”…
Ich frage mich (als eine Person, die so einen Erste-Hilfe-Kurs besucht hat), gerade, was man hier noch hätte machen sollen. Stabile Seitenlage vielleicht, wobei hier aber nicht genau beschrieben ist, ob die Frau nun bäuchlings oder seitlich oder sonstwie auf dem Asphalt lag. Und dann? Geatmet hat sie noch, wenn auch schwer. Als Laie kann man doch nicht mal einschätzen, was gerade passiert ist, wie soll man dann noch mehr tun, als den Notruf zu wählen?
lebenswichtige Funktionen kontrollieren (sprich: Atmung, Puls, Herzsschlag), stabile Seitenlage, Schutz vor Sonne (Decke etc.) suchen, enge Kleidung öffnen, immer wieder ansprechen v.a. berühren, … und das sind Kleinigkeiten, die man auch ohne Kurs wissen sollte!
Und deshalb legt er lieber auf. Denn der nächste Anrufer gibt bestimmt der hilflosen nicht ansprechbaren Person erst mal das Handy, damit er seine Rettung selbst bestellen kann.
Ich habe erst dieses Jahr meinen Schein gemacht und da war auch immer sie Rede von ERST Erste-Hilfe und den Betroffenen in die stabile Seitenlage bringen (was man wohl auch von jemanden ohne Ausbildung erwarten kann?) und dann erst Notruf absetzen. Vielleicht merkst du die’s für die Zukunft, denn wenn die Betroffene erbricht, während du telefonierst, bringt der Notruf auch wenig, wenn sie daran stirbt.
Ich fasse es nicht das hier tatsächlich Leute meinen man müsse zuerst erste Hilfe leisten… Ich selbst habe zwar einen Führerschein gemacht, aber das liegt schon ein paar Jahre zurück und selbst wenn nicht, ich bezweifle das mich die ~2 Stunden Unterweisung zu etwas sinnvollem qualifizieren würden – sogar wenn ich sie NICHT längst komplett vergessen hätte. Ich würde auch NIE in so einer Situation etwas selbst machen, sondern immer den Notruf wählen, allein aus Angst etwas falsch zu machen.
Aus meiner Sicht heraus war das Verhalten also eher vorbildlich, immerhin gehörte man nicht zur passiven Masse, die nur zusieht…
“allein aus Angst etwas falsch zu machen”
Das einzige falsche ist NICHTS zu machen!!
Wer den Notruf wählt hat ja nicht “nichts” gemacht.
Mein Bruder ist Arzt in einer Uni-Klink und sagt immer, dass es das wichtigste sei, den Notruf zu wählen.
Erste Hilfe-Maßnahmen durch Laien würden meist mehr schaden als helfen.
Man MUSS (d. h. ist GESETZLICH dazu verpflichtet) im Rahmen seiner Möglichkeiten Erste Hilfe leisten! Der Notruf ist zwar schön und gut und sicherlich auch wichtig, aber ich möchte mit dir wetten, dass du dich im Ernstfall an vieles aus dem LSM-Kurs zurückerinnerst und bei vielem wirst du hinterher denken: “Woher verdammt kam jetzt das Wissen” oder “Ich kann mich nicht erinnern das mal gelernt zu haben” und wenn du meinst das du dich an nichts mehr erinnerst aus dem Kurs dann schnapp dir 20€ geh zum DRK oder einem anderen Santätsdienst deiner Wahl und wiederhol den Kurs.
Sabrina schon sagt, das einzige was du falsch machen kannst, ist nichts zu tun. Um meinen Erste Hilfe Ausbilder sinngemäß zu zitieren: “und wenn ihr jemandem bei der Herzdruckmassage die Rippen brecht, egal, die Rippen können wieder zusammenwachsen, wenn ein Mensch tot ist, ist er tot!”
Das kann man so nicht sagen. Wegen unterlassener Hilfeleistung wird sowieso “niemand” belangt. Sogar in Fällen in denen man diese eindeutig nachweisen kann, wird davon fast immer abgesehen.
Aber deine Aussage relativiert sich ja von selbst, denn im “Rahmen der Möglichkeiten” lässt sich mühelos als eben dieser Anruf auslegen.
Davon abgesehen sollte man solche sicherlich gut gemeinten Aufrufe eher an die Adresse solcher Leute richten, die nicht einmal einen solchen kostenlosen Anruf absetzen würden und so tun als hätten sie nichts gesehen, während sie vorbei laufen – oder gar passiv stehen bleiben um zuzusehen…
@RC Dieser Aufruf richtet sich an alle die so oder ähnlich denken wie du UND insbesondere an all die Gaffer! Im Rahmen seiner Möglichkeiten heißt so viel er tun kann, hat er getan, ich kann bspw. von einer im Rollstuhl sitzenden Person nicht erwarten, dass sie einen Patienten in die stabile Seitenlage bringt, aber ich verdammt nochmal erwarten, dass der Rollstuhlfahrer sich die Zeit nimmt, anzurufen wenn sie ein Handy hat, und wenn sie keins hat, andere Leute auf das Geschehen aufmerksam macht und diese bittet anzurufen oder in den nächsten Laden zu gehen und von dort aus anzurufen und sich um den Patienten zu kümmern!
Wenn ich schon lese, dass man eh nicht belangt wird für unterlassene Hilfeleistung kommt mir die Galle hoch! Das ist genau die Denke die dazu führt, dass es immer mehr Gaffer gibt! Was würdest du denken, wenn du umkippst, 20 Leute um dich rumstehen, mit Glück einer sein Telefon zückt und den Notruf alarmiert und sich sonst nicht um dich kümmern? Die Regelzeit in Hamburg für den Rettungsdienst vom Alarm bis zur Ankunft am Einsatzort sind afaik 12 Minuten, dass ist eine verdammt lange Zeit.
(Ja ich weiß, dass das hier nur noch wenig mit dem eigentlichen Thema zu tun hat)
da man nicht editieren kann noch einer hinterher: Ich muss mich für das grausige Deutsch in meinem letzten Comment entschuldigen, aber 1. bin ich müde und 2. tippe ich auf dem Handy. Desweiteren dienen sämtliche Fehler, die ich verzapfe der Unterhaltung.
Vollkommen richtig von dir das hier zu posten und zu twittern!!!!!! Der 112-Typ am Telefon ist vollkommen überfordert mit seinem Job, bzw. den Anforderungen, die solch ein Mensch bewältigen muss, in einer Zeit in der an Allem gespart und weg rationalisiert wird. Seine Reaktion zeigt deutlich, nicht mehr der Mensch und humanes Verhalten stehen im Vordergrund, sondern der zu erwirtschaftende Profit auf dem Rücken Aller.
Da war er wieder mal spürbar, der Druck. Wenn alles auf Kante genäht ist wird der Spielraum eben enger, für die Menschen. Der Druck macht dann solche “Mutanten” aus ihnen.
Immerhin: ich hatte vor Kurzem sehr viel Glück. Nette Leute, schnell und echt verdammt höflich. Das ist immernoch die Mehrheit.
Heftig… hatte so eine Unmöglichkeit mal mit der Polizei. -.- Dinge gibts, die gibts nicht.
In Deutschland ist übrigens jeder gesetzlich verpflichtet erste Hilfe zu leisten bis der Notarzt eintrifft.
Jeder ist verpflichtet zu helfen, der Rahmen dazu ist jedoch gesetzlich nicht definiert.
Hallo,
eine wirklich schockierende Geschichte. Da kann man immer nur hoffen, dass einem sowas nicht passiert, wenn man in einer Situation ist, in der man Hilfe benötigt.
Eine andere Sache:
Hast du dran gedacht, dich vielleicht an die Öffentlichkeit bzw. weitreichende Medien zu wenden? Soetwas muss öffentlich gemacht werden und möglichst viele Menschen erreichen, nur so kann etwas passieren.
Versuche, dich an die BILD oder ähnliche Medien zu wenden. Ist zwar nicht das charmanteste Blatt, aber es erreicht viele Menschen.
Wende dich aber auf jeden Fall noch an die Dienststelle. So jemand darf nicht in seinem Job bleiben!
Ich wünsche dir viel Erfolg!
ich fuhr vor einem halben Jahr in der Wiener U Bahn 6 , als ich einstieg lag ein Mann am Boden , er muss dort schon seit einiger Zeit vielleicht Stunden gelegen haben. Die Leute und dies ist kein Witz sie stiegen über ihn hinweg , etwas angewidert denn er schien betrunken , doch er war nicht nur “betreunken” der lag im “Koma” und hatte offensichtlich eine Alkoholvergiftung keine Reaktionszeichen mehr. Wer weiss wie lange er dort schon am Boden lag aber eindeutig nicht schlafend sondern wirklich gefährlich weggetreten. Ich habe die Rettung alamiert keiner half. Ich glaube sie hätten ihn sterben lassen dort.Die meisten Menschen besitzen keinerlei soziales Wesen mehr , man merkt dies auch immer wieder in den Diskussionen über Hartz 4, und bei uns über “Sozialhilfe” und Grundsicherung- Der gesellschaftliche soziale Konsens ist durch den individuellen Egoismus wirklich gefährdet, und ist schlussendlich eine potentielle gefahr für den Staat.
Ich kann so viel erste Hilfe leisten wie ich will, wenn niemand den Notruf absetzt nutzt das am Ende niemandem was. Wenn ich anfage erste Hilfe zu leisten bin ich verpflichtet dies zu tun, bis ich daneben liege. Frei nach dem Gesetzestext heißt es “Nach bestem Wissen und Gewissen, ohne sich selbst einer Gefahr auszusetzen Handeln”
Demnach hast du alles richtig gemacht.
Es nutzt nichts sich bei der Leitstelle zu beschweren, die Beschwerde muß den Träger erreichen. Vermutlich die Stadt Hamburg. (Eine Krähe sticht der anderen kein Auge aus.)
Meine Kollegen neigen dazu Kritik an ihrem Schaffen, so wie diese an Zivilcourage und der Unfähigkeit ihre Arbeit zu machen, persönlich zu nehmen. Anders kann ich mir Argumentationen der Menschenliebe und des Verständnisses für hauptamtliche Helfer mit Ausbildung am fachkompetenten, geschulten Ende der Leitung und den Angriff auf dich als Ersthelfer nicht erklären. Denn dieser Mensch hat gar nichts gemacht, eben wie die Passanten auf der Straße.
Von mir aus darf diese Erfahrung sich sogar in Nachrichten wiederfinden, weil beim Bewusstsein der Menschen etwas passieren muss. Und da ist es egal ob ich in Zukunft vom Fach, Laie, oder Opfer bin.
(vom Fach)
§ 323c
Unterlassene Hilfeleistung
Wer bei Unglücksfällen oder gemeiner Gefahr oder Not nicht Hilfe leistet, obwohl dies erforderlich und ihm den Umständen nach zuzumuten, insbesondere ohne erhebliche eigene Gefahr und ohne Verletzung anderer wichtiger Pflichten möglich ist, wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft.
Moin,
habe den Link auf diese Seite mal an die Pressestelle der BF Hamburg weitergeleitet, mit dem Hinweis das so ein Verhalten unter keinen Umständen geduldet werden kann. Vllt. bewirkt das ja irgendeine Reaktion.
An die Autorin geht von mir auch nochmal der (freundlich gemeinte) Hinweis, das du dir beim (hoffentlich nicht vorkommenden) Mal jemanden von den Umstehenden herauspicken und diesen DIREKT und KONKRET ansprechen solltest. Frei nach dem Motto: “Hey, Sie da in der roten Jacke, könnten Sie mir bitte helfen.” Meistens werden die Leute durch soetwas ‘wachgerüttelt’ und helfen eher. Desweiteren ist es auch bei nicht ansprechbaren Personen wichtig mit ihnen zu reden, auch wenn einer die 112 anruft, sollte ein anderer mit der Frau reden.
Außerdem würde ich dir empfehlen einen Erste Hilfe Kurs zu besuchen, sowas ist sehr interessant und wenn man einen guten Ausbilder hat kann selbst ein 16h Kurs wirklich Spaß machen.
Mit freundlichen Grüßen,
niemalsnever aus Hamburg
Danke Dir…
Sowas ist aber natürlich immer leicht zu sagen, wenn man gerade nicht in einer solchen Situation steckt. Die meisten reagieren dann eben wie kopflose Hühner, die nicht wissen, was sie zuerst tun sollen. Auf die Idee, jemanden um Hilfe anzusprechen, kommen die meisten vor lauter Panik doch dann gar nicht.
Der Typ von der Notrufzentrale läßt sich ganz sicher ausfindig machen. Sowas gehört an die Öffentlichkeit, ja. Aber da gehört auch Anzeige wegen unterlassener Hilfeleistung erstattet. Und dann ist es Sache der Strafverfolgungsbehörden, den ausfindig zu machen.
Also, als nächstes will ich hier was von einer Strafanzeige lesen!
Hallo Victoria,
auch ich bin über Twitter zu deinem Beitrag gekommen und hoffe einfach mal, dass du in vergleichbarer Situation trotz des Verhaltens des Disponenten erneut einen Notruf absetzt. In meinen Augen ist dies eine Selbstverständlichkeit, weil ich auch hoffe, dass mir in einer Notlage geholfen wird. Dein Verhalten war absolut richtig und ich kann auch nicht nachvollziehen, warum der Disponent so darauf beharrt hat, dass die hilflose Person selber etwas sagt, nachdem du klar geäussert hast, dass diese nicht ansprechbar ist!
Ich persönlich habe durch meinen Job öfter das “Vergnügen” mit der örtlichen Rettungsleitstelle in Kontakt zu treten und bin dabei auch durchaus schon das eine oder andere mal recht ruppig abgefertigt worden, aber eine derartige Ignoranz habe ich zum Glück bisher noch nicht erlebt. Meistens sind die Disponenten aber sachlich und stellen durchaus sinnvolle Nachfragen, falls nötig.
Erschrocken bin ich aber auch über die Reaktion einiger Kommentatoren hier. Natürlich ist es richtig, dass man vor Ort sicher mehr hätte machen können mit entsprechendem Wissen, aber es ist in Deutschland nicht vorgeschrieben Kenntnisse in Erster Hilfe zu haben. Dies wird nur für den Führerschein und für gewisse Tätigkeiten (Gruppenleiter in Vereinen etc.) verlangt und auch hier reicht oft eine einmalige Teilnahme ohne regelmässige Auffrischung. Nicht genutztes Wissen ist aber auch schnell wieder weg, von daher kann man selbst von einem Autofahrer nicht erwarten, dass er fit in erster Hilfe ist – wie oft muss man die Kenntnisse im normalen Leben auch anwenden? Dass viele Menschen in der Ersten Hilfe nicht ausgebildet sind, ist vielleicht ein Manko, aber das ist ein ganz anderes Thema. Dennoch ist eine Hilfeleistung nach bestem Wissen und Gewissen natürlich immer zu leisten, manchmal beschränkt sich dies dann zwar auf das Absetzen eines Notrufes, aber manchmal reicht auch das schon aus um ein Leben zu retten! Von daher absolut richtig gehandelt! Wenn man natürlich mehr Hilfe leisten kann als einen Notruf abzusetzen ist das schon von Vorteil, daher wäre die Teilnahme an einem Erste Hilfe-Kurs natürlich nicht schlecht, damit fühlt man sich vielleicht nicht mehr so hilflos, wenn man das nächste Mal in eine solche Situation gerät. Aber wie gesagt: Vorgeschrieben ist es eben nicht. Daher werfe ich es keinem vor, wenn kein Kurs besucht wurde. Und auch mit Erste Hilfe-Kenntnissen ist man in einer solchen Situation nervös, es ist und bleibt einfach eine Ausnahmesituation, wenn man nicht jeden Tag mit derartigen Notfällen umgeht. Ich habe auch schon Hausärzte erlebt, die in Notfällen einfach falsch reagiert haben und von denen sollte man eigentlich medizinisches Wissen auch im Bereich Erste Hilfe erwarten können.
Also von daher: Der Disponent hat wirklich nicht gut reagiert. Ich mag auch nicht mutmaßen warum er so reagiert hat. Ich hoffe, dass du das nächste Mal aber trotzdem hinsiehst und reagierst.
Liebe Grüße und Gute Nacht,
David
Auch wenn es weh tut…
das habe ich hier eben lesen dürfen:
Zitat
„Sollten Sie schon immer den Wunsch verspürt haben, Ihr Leben, die Einzigartigkeit Ihrer Firma
oder diese wahnwitzige Idee, die in Ihnen schlummert, verfilmt zu sehen, zögern Sie nicht,
mit mir Kontakt aufzunehmen. Ich erarbeite für Sie ein Konzept oder Drehbuch, das Sie glück-
lich macht und Ihre finanziellen Mittel nicht überstrapaziert.
Auch reine Textaufträge jeglicher Art sind bei mir in guten Händen.“
Zitatende
Verzeihung? Das ist mein JOB! Was hat das mit meinem Erlebnis von gestern zu tun?
Also da würde ich auf jeden Fall dran bleiben. Das ist ja dermaßen unfassbar, dass diese Person einfach ihren Job verlieren muss. Notrufe werden aufgezeichnet…. ich würde das nicht einfach auf sich beruhen lassen, sondern den Vorgesetzten der entsprechenden Leitstelle bzw. den Ärztlichen Leiter Rettungsdienst etc. informieren.
Ernsthaft? Hier wird ein Ersthelfer verbal angegriffen, weil sie Missstände anprangert? Weil sie ihren Unmut äußert? Wird angegriffen, weil sie sich – haarspalterisch – in einer Reihenfolge vertan haben könnte?
Niemand sollte gezwungen werden – und das ist in Deutschland auch so – irgendetwas machen zu müssen, außer für Hilfe zu sorgen.
Auch die beste Ersthilfe kann nicht verhindern, dass Hilfe gerufen werden muss. Allein der Gedanke “Hilfe ist unterwegs” beruhigt den Helfer; man sammelt sich und kann dann besonnen agieren.
Zum Thema Dispatcher, beim Anruf der 112 durch mich wegen eines “Fahrrad vs. Pkw” fragte der Herr am anderen Ende auf meine Bitte man solle doch schnell einen RTW vorbeischicken, zurück “Und warum rufen Sie dann bei der Feuerwehr an?”…!?!??
Das ist mir auch schon passiert, Jugendlicher mit übermäßigem Alkoholkonsum, verdacht auf Kreislaufkollaps durch Hitzeschlag, liegt abseits der Straße an einem Fluß an dem ich joggte, nach der Ersthilfe und Einweisung der anderen Personen, jemanden mit Handy gesucht, gefunden und 112 angerufen.
Ich erkläre dem Herrn am Telefon, sehr korrekt was, wie, wer, wo, passiert ist, dann sagt er:
“Moment, sie brauchen einen Rettungswaagen, ich verbinde Sie weiter… klick… warten….Hallo….” und ich mußte alles nochmal erklären, ich fand es unfassbar.
Oftmals stellt sich eine solche Situation aber durchaus differenzierter dar, kennt man auch die Sicht der andere Seite (die wohl bislang keiner der aufgebrachten Kommentatoren gehört hat). Wenn es wirklich so dramatisch war, einfach beschweren – jeder Notruf wird aufgezeichnet.
Das ist nur was für hinterher. Im Augenblick des Notrufs muss das einfach besser laufen.
Meine Mutter hatte vor 4 Wochen einen Schlaganfall mit eindeutigen Symptomen hierfür. SIe rief völlig verängstigt (weil sie ein Teil ihres Körpers nicht mehr spürte, und teilweise gelähmt war) die 112 an. Es war nicht möglich einen Krankenwagen zu bekommen. (Hildesheim) Man schlug ihr vor doch selbst ins Krankenhaus zu fahren (um 11 Abends und mit dem eigenen Auto) oder auf ihren Hausarzt zu warten. Als ich das nicht glauben konnte, rief ich von Hamburg aus in der zuständigen Rettungswache an. Der Herr am Telefon war der selbe der meine Mutter vertröstet hatte. Ich forderte ihn auf einen Krankenwagen zu schicken und er antwortete mit “das seh ich gar nicht ein”…. Ende vom Lied, mein schwerkranker Vater hat sie in die Notaufnahme ins Krankenhaus gefahren…. selbst völlig fertig mit den Nerven. Es kann doch nicht sein, dass man einen Krankenwagen benötigt und dann erstmal 20 min mit der Rettungstelle telefonieren muss und um einen Krankenwagen bettelt, aber keinen bekommt. Die angeblich so wertvollen ersten Minuten gehen erstmal drauf, weil sie einem nicht glauben, dass man Hilfe benötigt….
Sorry für den langen Text, aber das kam mir grade wieder alles hoch, als ich dein Erlebnis gelesen hab.
Das bestätigt nur meine (zum Glück seltenen, aber doch einheitlichen) Erfahrungen mit Notrufen bei der 112. In den Medien liest man immer, bei den ersten Symptomen anrufen, lieber einmal umsonst als einmal zu wenig, nicht selber fahren usw. usw. Und was passiert, wenn man anruft? Es wird recht offen versucht, einen abzuwimmeln. Da ist einiges im Argen. Und wenn es nicht im Argen ist, sondern mir und uns allen nur wegen mangelhafter Kommunikation angeblich so vorkommt (wie es hier in den Kommentaren schon öfter anklang), dann muss man eben die Kommunikation vonseiten der Leitstelle verbessern bzw. die vorhandenen guten Prozesse auch bei einigen potenziell unterbelichteten Mitarbeitern durchsetzen. Das ist die verdammte Pflicht der Führungskraft. Denn bei striktem Einhalten der Prozesse, und nichts geringeres ist von einer Einsatzleitstelle zu erwarten, wäre mit Sicherheit unmittelbar ein Einsatz veranlasst worden.
Absolut unfassbar!
Puh…wenn man das liest, wird einem ja ganz anders. Man kann nur hoffen, dass es sich dabei um einen Einzelfall handelt. Da stirbt einem vielleicht einer vor den Augen weg und der Kerl von der Notrufnummer legt einfach auf. Unfassbar!
Im übrigen können sich auch alkoholisierte Menschen in einer Notlage befinden. Egal, ob sie vorher bewusst zu viel getrunken haben oder nicht. Hilfe ist trotzdem eventuell notwendig und nur ein Arzt kann das entscheiden. Desweiteren können auch z.B. zuckerkranke Menschen Symptome aufweisen, die sie wirken lassen, als wären sie betrunken (langsames Sprechen, Desorientierung). Aber genau dann ist es wichtig, dass Hilfe organisiert wird. Man sollte also nie vorschnell urteilen und lieber einmal zu viel anrufen als einmal zu wenig.
Ich finds jedenfalls klasse, dass du die Initiative ergriffen hast und hoffe, dass der Kerl mit seinem Verhalten bald niemandem mehr schaden kann.
Liebe Viktoria, bitte mach dir die Mühe und schreibe einen Brief an die Hilfezentrale (Adresse ist im Telefonbuch zu finden).
Schreib das hinein, was Du hier uns erzählt hast. Nenne die Uhrzeit.
Die Zentrale wird selbst feststellen, wer da am Telefon war.
Ich kenne ähnliche Fälle, in denen solche Beschwerden für einigen internen Wirbel sorgten – als Außenstehender kriegt man das dann nicht so mit, aber es geht innerhalb der orga nicht spurlos vorbei.
Manchmal muß man diesen Leuten von außen ein Ding verpassen, damit ihre Selbstherrlichkeit einen kleinen Dämpfer kriegt. Deren Job ist es zu helfen, nicht Macht auszuüben…
kann sein, sie vergessen das mitunter im Eifer des Machtgefühls….
Schockierend, wie hier jemand angegriffen und arrogant belehrt wird, der nur versucht hat, einem Menschen in Not zu helfen. Ich möchte nicht wissen, wie ihr in der Situation reagiert hättet.
Das einzige, an was ich mich noch ganz deutlich erinnere vom Erste-Hilfe-Kurs ist, dass gesagt wurde, dass man in einer akuten Situation eh alles vergisst, weil man unter Schock steht. Und genau DAS hätte der Mann am Telefon auch wissen und damit umgehen können müssen.
Im Übrigen ist schon der Anfang völliger Blödsinn. Warum sollte man die genaue Straße sagen müssen? Eine sinnvolle Beschreibung muss ja wohl ausreichen.
Und auflegen, weil jemand nach Ausführung seiner Befehle ein wenig wütend wird, dass immer noch nichts gemacht wird? Super…
Ich glaube, ich würde es auch melden.
Unglaublich. Wenn man nach mehrmaligem Nachfragen mit “Sie ist nicht ansprechbar” antwortet, das muss doch reichen!
Erste Hilfe leisten gut und schön. Aber wer von EUCH wäre in diesem Moment erstmal NICHT schockiert? Wer von EUCH kann sich anmaßen, nicht darüber nachzudenken, jetzt genau das Verkehrte zu tun? Denn dann ist man nämlich genauso dran! Beine hochalten oder nicht. Kopf anheben oder nicht. Wenn man kein Arzt oder Sani ist, kann man logischerweise keine Diagnose stellen, darf man auch gar nicht. Die stabile Seitenlage ist das Erste, was mir jetzt einfällt, aber alles weitere… Was soll man denn machen. Also diejenigen, die ihr “ihr hättet zuerst helfen müssen” rufen: es ist eins, es anderen zu sagen, aber was ganz anderes, wenn man plötzlich vor so einer Situtation steht.
Ich wäre auch befremdet gewesen über diese Art und Weise des Gesprächsverlaufs.
Sicher ist es eine peinliche Fremdschämsache, wenn man andere Leute beim Wegsehen beobachten muss. Das ist klar. Sowas hasse ich. Aber es gibt zum Glück auch Menschen, die dann reagieren und nach dem Notarzt rufen. (Mein Vater wartete mal im Parkhaus im Auto auf meine Schwester und mich und döste. Da klopfte jemand an die Scheibe und fragte, ob es ihm gut ginge. Sowas ist doch toll, oder?)
Ich hab übrigens vor Jahren mal einen bewusstlosen, sehr offensichtlich Betrunkenen bewusstlos zwischen parkenden Autos liegen sehen. Damals gab’s noch keine Handys, und ich hab gegenüber bei den Eltern einer ehem. Klassenkameradin geklingelt, die mich telefonieren ließen. Da wurde nur gefragt, ob er bei Bewusstsein ist oder nicht und gut war. 5 Minuten später waren Polizei und Krankenwagen da. Fertig.
Vielleicht sollten wir alle öfter mal zumindest in Gedanken so eine Notfall-Situation durchspielen. (Ich mach das immer vor Zahnarztterminen, dann bin ich ruhiger, wenn der Termin dann da ist.
) Dann ist man im Notfall mit Sicherheit schneller bei der Sache.
Liebe Grüße
Caro / Frau_Thor
Warum hat das noch niemand angesprochen????
Wenn man den Notruf wählt, dann sind die
>>>> FÜNF W <<<<< zu nennen!
Wer?
Was?
Wo?
Wie viele?
Warten auf Rückfragen!
Wenn man das ordentlich in einen Satz verpackt, hat man sich damit schon mal nichts vorzuwerfen!,
aber ich weiß aus eigener Erfahrung, dass man trotzdem ein Knäckebrot am Hörer haben kann und
alles nochmal auseinander klamüsert und ausführlich und sowieso … 2-3 Minuten lang darstellen muss.
Ruhig und Sachlich bleiben und etwas Druck machen.
Ich hatte auf einem Parkplatz eine ältere Frau stürzen sehen, Erste Hilfe geleistet, Notarzt gerufen und gesagt, eine Ältere Frau ist gestürzt und hat schmerzen, der Notarzt hat ca 30min gebraucht, in der Zeit war der komplizierte Schulterbruch den sie erlitten hatte soweit angeschwollen, dass die Ärzte, kaum
was machen konnten und alles verkomplizierte.
Ich hätte dem Notarzt, nicht das Gefühl geben sollen, die "Omi ist gestolpert", das war mein Fehler.
Dieses Verhalten des Disponenten wundert mich. Ich habe bereits mit diversen Leitstellen im Land zu tun gehabt. Manchmal aufgrund meines Hobbies, manchmal auch, weil ich privat anrief und solch ein Verhalten ist mir noch nicht entgegengeschlagen.
Auch ist dieses Verhalten nicht tolerierbar denn auch eine Alkoholvergiftung kann ein lebensbedrohlicher Zustand sein und auch wenn der Rettungsdienst nur ungern zum “dritten besoffenen” rausfährt, es ist deren Job und manchmal ist es was, manchmal nicht.
Aber dies kann man als Leitstellendisponent nicht wirklich entscheiden weil man nicht vor Ort ist.
Auch das Verhalten dir gegenüber ist absolut nicht zu verstehen. Man sollte Menschen, die sich dazu
durchringen einen Notruf abzusetzen nicht verschrecken.
HH ist glaubeich eine Leitstelle der Feuerwehr. Ein sachlicher Brief mit dem Erlebten an den Bürgermeister oder die Stadtverwaltung wäre hier sicherlich genau das richtige. Das sollte man nicht so durchgehen lassen.
Gruß
Zacharias
Also ich finde es ja ungeheuerlich, dass die einzige Person die hilfe leisten wollte, noch von euch kritisiert wird.. ich kann nur mit dem Kopf schütteln!
Über diese Person am anderen Ende der Leitung verliere ich lieber kein Wort, somnst vergess ich meine gute Erziehung
Hallo Victoria,
Ich habe nicht alle Antworten gelesen, aber viele, und ich ich bin erstaunt und verwundert, dass hier mangelnde Kenntnisse in Erste-Hilfe deinerseits angeprangert wird. Mag sein, dass am Ende der Rettungskette erst der Notruf steht, mag sein, dass man dies oder jenes hätte tun sollen, aber du hast sofort reagiert und Hilfe angefordert. Von deinem Gegenüber hätte man mehr Proffessionalität erwarten können, zumal er jeden Tag mit solchen Anrufen zu tun hat. Die Rettungswache ist zudem gleich um die Ecke. Im Falle eines Infarktes doppelt übel, wenn aufgelegt wird.
Ich hoffe, wenn mir mal soetwas passiert, dass auch gleich Hilfe geholt wird und nicht ein Pilawa-Quizspiel die Rettung verzögert oder unmöglich macht. Danke für deinen schnellen Notruf!
Völlig Normal!
Dauernd besaufen sich irgendwelche Spinner und kippen dann aus den Latschen.
Sie binden damit knappe Hilfsresourcen und beschäftigen unnötig, völlig überarbeitetes medizinisches Personal.
Shit happens also.
So fehlen bei echten Notfällen Kapazitäten …
Das verstehe ich nicht. Alkoholvergiftung ist doch ein Notfall…
Bei allem Respekt, aber ich glaube die ganze Sache ist frei erfunden.
Aus beruflichen Gründen habe ich es täglich mit Leitstellendisponenten zu tun. Der Dialog der hier geschildert wird wird so in Deutschland einfach nicht stattfinden.
Und wenn es sich doch so zugetragen haben sollte, was ich für vollkommen abwegig halte, dann sollte die Anruferin eine Strafanzeige stellen. Um die Beweise muss sie sich keine Sorgen machen, da alle Anrufe bei den Notrufnummern 110 und 112 aufgezeichnet werden.
Der Notruf wurde gestern um 13:02 von meinem iPhone aus gehändigt. Ich habe etliche Zeugen und mit Sicherheit existiert bei der Leitstelle ein Anrufmitschnitt.
Also echt jetzt mal …
Dann hab bitte genug Arsch in der Hose und erstatte Anzeige.
Ein Blog trägt nicht dazu bei, dass Misstände behoben werden, so sie denn vorhanden sind.
Ich kann es kaum erwarten, in der Presse von dem Fall zu lesen.
@Manfred: Ich kann es kaum erwarten, von Dir stichhaltigere Beweise zu lesen als “weil nicht sein kann, was nicht sein darf.”
Manfred Hilgers: Dieser Blogbeitrag weisst auf Missstände hin und verbreitet diese sehr gut. Er hilft somit indirekt, selbige auch zu beheben.
Ich glaube der Victoria… auch wenn die Geschichte fast unglaublich ist. Ich als ehemaliger Rettungsassistent und nun Sicherheitsdienst Mitarbeiter kenne solche ähnlichen Dinge. Meistens nicht mit Rettungsleitstelle, aber sehr wohl mit Leitstellen ähnlicher Wichtigkeit.
Ich fände es auch schöner, wenn es sowas nicht gäbe. Wunschdenken hilft aber da wohl nicht weiter.
Am Wochenende war auf einem Geburtstag ein verdammt betrunkener Jugendlicher. Er war kaum noch ansprechbar und musste die ganze Zeit kotzen. Er saß auf dem Boden und kippte dann mit verdrehten Augen um. Wir haben den Notruf gewählt und ebenfalls wollte der Mann am Telefon erst den Bewusstlosen sprechen. Ging aber ja schlecht! Wir haben dann simuliert und so getan als würde der Junge sprechen und seine Zustimmung geben. Dann kam auch der Krankenwagen. Der Junge hatte eine Alkoholvergiftung. Ich bereue es nicht den Beamten da angeschwindelt zu haben. Ohne Hilfe wären wir aufgeschmissen gewesen.
Sowas darf einfach nicht sein. Wie soll jemand der bewusstlos ist denn antworten?! Ich verstehe es nicht. Unfassbar.
Toll, unser Gesundheitssystem pfeift jetzt schon aus dem letzten Loch und das nur weil viele meinen, sie müßten es grenzenlos ausnutzen.
Wer mehr säuft als er vertragen kann, kotzt eben.
Sorgt für ne stabile Seitenlage damit er nicht aspiriert und gut ist – selbst Schuld, er wird es überleben!
Ich habe selbst immer wieder mit Alkoholintoxikationen auf der Station zu tun und rege mich mit KollegInnen darüber auf das diese stationär aufgenommen werden. Das hat aber mehr mit der Organisation der Geschichte zu tun (Aufnahme auf Station? Spezieller Ausnüchterungsbereich in der Ambulanz?).
Ich käme allerdings nicht auf die Idee von einem Hilfesuchenden zu verlangen den Grad der Hilfsbedürftigkeit des Alkoholisierten einzuschätzen.
So lange sich umstehende Personen noch Sorgen um eine Person machen sollte man dies unterstützen.
Ja, ich weiß das die Ressourcen im Rettungswesen knapp sind!
Oh Mann, allen “selbst Schuld”-Sozialkrüppeln wünsch’ ich wirklich mal ein Problem und dann nur ihresgleichen um sie rum!
@Sven: Und als jemand, der anderen “wirklich mal ein Problem” wünscht, fühlst Du Dich vermutlich moralisch überlegen, hm?
Der Typ in der Leitstelle gehört klar angezeigt. Einfach aufzulegen ist mit Sicherheit von seiner Seite untersagt. Soweit ich mich erinnern kann wird jedes gespräch aufgezeichnet, es ließe sich also einfach herausfinden wer den Anruf entgegen genommen hat.
Und selbst wenn es eine Überregionale Leitstelle wäre: Es werden i.d.R. die nächsten Retter benachrichtigt. Da Hamburg etliche davon hat, wird wohl niemand aus dem Umland alarmiert, also finden die das Gebäude auch ohne Straße (das würde sogar ich als außenstehender ohne Navi finden…)
Einige Besserwisser Kommentare hier sind genauso erschütternd, wie das Verhalten des Mitarbeiters in der Leitstelle. Es wird angeprangert, dass sie keine erste Hilfe Maßnahmen einleitet aber das Verhalten des Angerufenen ist okay? Das war meiner Meinung schlimmer als eine nicht vorgenommene erste Hilfe. Er hätte auch per Telefon Handlungen steuern können, anstatt stupide Fragen zu wiederholen. Und ich bin auch der Meinung, dass man in dieser Situation selber unter Schock steht. Auch die angesprochene Gefahr durch den Hund wurde ja schon thematisiert.
Victoria, ich glaube wenn du Umstehende angesprochen und zur Hilfe aufgefordert hättest, so wie die Besserwisser hier verlangen, sie hätten auch das als Fehlverhalten angeprangert. Schlimm, wenn man sich als Helfender hier negativer Kritik aussetzen muss.
liebe victoria,
allen belehrenden kommentatoren zum trotz: du hast alles richtig gemacht und danke dafür!
es ist nicht wichtig, ob du einen ersthelferkurs besuchen müsstest/solltest/könntest, wenn du kinder hast. es ist nicht wichtig, ob du die reihenfolge eingehalten hast. das leben ist kein konjunktiv. du hast gehandelt.
sicher hätte/könnte/sollte man vielleicht mehr gemacht haben, aber das vor allem auf der seite der leitstelle! die ist dafür zuständig, die symptome aufzunehmen und dem anrufer mitzuteilen, was zu tun ist, wenn dieser es nicht weiß. ein einfaches “hilfe ist unterwegs, legen sie die frau derweil doch bitte in die stabile seitenlage” und dann tipps dazu – das wäre professionell gewesen.
das traurige gegenteil ist meiner oma passiert. sie hatte vor einigen jahren panikattacken mit herzbeschwerden. in greifswald gibt es 2 rettungshubschrauber, deren existenz durch genügend einsätze belegt werden muss. also kam an einem sonntag morgen, ohne dass wirklich vorher zugehört wurde, was eigentlich los ist, ein hubschrauber UND ein notarzt UND ein krankenwagen, um sie abzuholen. wobei in der uniklinik am wochenende eh niemand da ist, der kompetent wäre und sie am nächsten tag ohnehin einen termin beim arzt hatte. aussage der “helfer”: ja, im herzzentrum wäre ja niemand da, man könne sie doch aber in die hno nebenan legen? bis morgen?
Zitat: ” wobei in der uniklinik am wochenende eh niemand da ist, der kompetent wäre”
Wieso?
Am Wochenende gibts in Unikliniken – wie in anderen Kliniken auch – ganz normale Bereitschaftschftsdienste, die unter den Kollegen verteilt werden.
Kompetenz ist also schon da – nur nicht so viel … und bei der miesen Bezahlung bald noch sehr viel weniger.
Wir brauchen in Deutschland ganz dringend eine Pflicht zum erlernen der Erste-Hilfe Maßnahmen (unabhängig vom Führerschein) mit einer regelmäßigen Wiederholung alle 2 Jahre. Damit wäre vielen Menschen sehr geholfen. Da ist die Politik gefragt. Das absetzen des Notrufs, liebe Victoria, war der absolut richtige, dir zumutbare Weg. In jedem Fall lege ich dir aber ans Herz ganz schnell mal einen Erste-Hilfe Kurs zu besuchen, damit Du beim nächsten Mal noch besser Hilfe leisten kannst.
Prinzipiell würde ich es auch begrüßen wenn mehr Leute sich in Erster Hilfe fit machen würden – es schadet auf jeden Fall nicht. Aber selbst mit Erste Hilfe Kurs hätte Victoria in der Situation nicht viel mehr machen können. Weder LSM (Die abgespeckte Führerscheinvariante) noch EH Kurs würden irgendwelche Techniken beinhalten die hier grossartig weitergeholfen hätten. Am wichtigsten ist in solchen Situationen die Zivilcourage überhaupt was zu tun – nämlich die Patientin überhaupt mal ansprechen und den Notruf tätigen, sich selber nicht in Gefahr bringen, trotz des hohen eigenen Adrenalinspiegels versuchen Ruhe zu bewahren und mit gesundem Menschenverstand handeln.
Zum Thema stabile Seitenlage: Primärer Sinn und Zweck einer stabilen Seitenlage ist, dass der bewusstlose Patient nicht in Rückenlage an seinem Erbrochenen, Blut oder Speichel erstickt. Wenn die Frau eh schon mit dem Gesicht auf dem Asphalt liegt hätte man höchstens noch den Hals überstrecken können damit die Zunge nicht den Rachen blockiert. Ob das Bein dabei im 90 Grad Winkel liegt ist für das Ergebnis unwichtig. Wenn die Dame sich bei dem Sturz was gebrochen hat und man sie dann obwohl sie schon mit dem Gesicht nach unten liegt mit beherztem Griff in die stabile Seitenlage bringt nur weil es im Lehrbuch steht hilft man ihr damit auch nicht.
ich bilde selbst für eine große hiorg in erster hilfe oder eben in lebensrettenden sofortmaßnahmen aus und bin gerade echt geschockt.. was auch andere gesagt haben: geh zur polizei und zeig den disponenten an.
zum notruf: derzeitige lehrmeinung besagt, den notruf außer bei einer hlw (versteht sich ja quasi von selbst) und situationen, in denen man mehr oder weniger nichts tun kann (z.b. schlaganfall) erst hilfe zu leisten und dann den notruf abzusetzen. es sollte allerdings auch ausdrücklich darauf hingewiesen werden, dass man in den meisten fällen ohnehin nicht allein ist und dass das parallel ablaufen sollte. findet sich nicht freiwillig jemand, dann fordert man ihn ohne großes bitte und wenn und aber dazu auf.
übrigens: bei mir im landkreis sitzen maximal drei disponenten gleichzeitig da in 24h-schichten. ein job, der echt keinen spaß macht, allerdings das verhalten des typen keineswegs rechtfertigt..
Hallo Victoria,
wenn sich das wirklich so zugetragen hat empfehle ich Dir Anzeige zu erstatten. Das kannst Du im übrigen auch online machen (https://gateway.hamburg.de/HamburgGateway/FVP/Application/DienstEinstieg.aspx?fid=49) Ich kenne mich ein bisschen in dem Umfeld in Hamburg aus und weiß genau, dass jeder Anruf bei der Leitstelle der Feuerwehr (bei der jeder Anruf an die 112 in Hamburg landet) aufgezeichnet wird. Dieses geschieht aus Gründen der Beweissicherung und um u.U. Rückfragen der Einsatzkräfte vor Ort zu klären.
Leider muss man sagen, dass die Feuerwehr Hamburg für eine gewisse Überheblichkeit, auch gegenüber anderen Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (Kurz :BOS) bekannt ist.
Sehr gute Reaktion. Ich behaupte mal, auch wer vor zig Jahren bei seiner Führerscheinschulung die Sofortmassnahmen am Unfallort gelernt hat, der weiss sie heute nicht mehr anzuwenden und umzusetzen. Auch ein richtiger Erste-Hilfe-Kurs muesste moeglichst alle paar Jahre aufgefrischt werden. Doch wer macht das schon?
Von daher: gute Reaktion!
Und den Typen in der Einsatzzentrale sollte man irgendwie verklagen, Disziplinarverfahren, Abmahnung oder so. Zumindest ein Denkzettel, dass er das naechste Mal besser reagiert. Denn zu einer Dienstleistung gehoert auch Kundenfreundlichkeit!
Die Berufsfeuerwehr Hamburg hat in Ihrer Leitstelle ein sogenanntes “Standardisiertes Medizinisches Abfrageprotokoll (SMAP)” eingeführt, dass meines Wissens nach von den Disponenten sogar verpflichtend eingehalten werden muss.
) ein Einsatzmittelvorschlag für einen Rettungswagen und einen Notarzt herauskommen.
In diesen System werden Fragenkataloge im Einsatzleitsystem hinterlegt, die in Abhängigkeit von den Antworten auf unterschiedlichen Wegen abgerollt werden.
Beim Leitsymptom “Person nicht ansprechbar” wird dort nach wenigen Fragen (nicht der nach Alkohol, sondern nach Atmung und Reaktion auf Reize
Das der Disponent das Symptom “Person nicht ansprechbar” einmal oder zweimal kritisch hinterfragt, dass lehrt die Ausbildung und die Erfahrung – in ca. 60% der Fälle stellt sich nach der ersten Meldung “Person nicht ansprechbar” am Telefon im weiteren Notrufdialog heraus, dass der Sachverhalt sich anders darstellt, die Person schon wieder ansprechbar ist oder nie bewusstlos war.
Oberstes Ziel des Notrufdialogs muss es sein, die GENAU benötigten Einsatzmittel herauszufinden. Laien plädieren hier häufig mit dem Spruch: Im Zweifel halt zuviel – das wird selbstverständlich auch so gehalten, aber in der Gesamtlage kann die unnötige Bindung beispielsweise eines (seltenen) notarztbesetzten Einsatzmittel für den nächsten Patienten einen echten Nachteil darstellen.
Zum Einsatzort:
In den Einsatzleitsystemen sind viele bekannte Objekte hinterlegt. Es kann aber auch hier sein, dass der Disponent “Gruner & Jahr” als Objekt eingegeben und mehrere verschiedene Möglichkeiten bekam. Ich zumindest weiß davon, dass die Druckereien von Gruner & Jahr (die heute allerdings anders firmieren) früher noch ein Büro am Sandtorkai hatten.
Hier muss der Disponent auf jeden Fall nachfragen – selbst wenn das System ihm eine (scheinbar) eindeutige Lösung anbietet, sollte man zumindest noch den Straßennamen nennen und ihn sich vom Anrufer bestätigen lassen.
Es hilft niemandem, wenn der Anruf in mustergültigen 30 Sekunden abgearbeitet war und dann mit den falschen Einsatzmitteln zum falschen Einsatzort bedient wird.
Ich kann mir – unter keinen Umständen – vorstellen, dass der Disponent nach der Beendigung des Telefonats nicht mindestens einen Rettungswagen entsandt hat. Auch wenn es für euch so erscheint, dass die Entsendung erst auf einen zweiten Anruf erfolgte, wisst ihr nicht, von welchem Standort das nächstgelegene Einsatzmittel entsandt wurde (ich weiß, dass die BF-Wache “Mitte” unmittelbar neben dem Verlagsgebäude liegt, aber entgegen der Meinung vieler Laien hat der Rettungsdienst in einer Stadt wie Hamburg an manchen Wachen tagsüber eine Auslastung von >70%, d.h. die Wahrscheinlichkeit, dass die zuständige Wache bereits im Einsatz ist, ist relativ hoch)
(Das jetzt Mal mit dem Grundsatz: Im Zweifel für den Angeklagten)
Fazit:
Ich möchte den Disponenten nicht übermäßig in Schutz nehmen, wenn der Anruf so gelaufen ist, wie du ihn schilderst, dann ist da unheimlich viel schief gegangen.
Das Anrufermanagement war nach deiner Schilderung unheimlich schlecht, keine Frage. Es gehört meines Erachtens zum Job, einen (mindestens) verbindlichen Ton an den Tag zu legen und dem Anrufer zum Ende eine klare Hilfszusage zu machen, das gesamte Anrufermanagement ist eine zentrale Aufgabe des Disponenten.
Des Weiteren machen viele Leitstellen (meines Wissens nach auch Hamburg) inzwischen “Erste Hilfe am Telefon”, das heißt, die Einsatzmittel werden irgendwann WÄHREND des Notrufs entsandt (das sollte man dem Anrufer – auch im eigenen Interesse – dann mitteilen, weil das unheimlich viel mehr Ruhe in die Situation bringt) und dann wird gesagt, wie man sich am Patienten verhalten soll (Ansprechen, Schmerzreiz, stabile Seitenlage, Herz-Lungen-Wiederbelebung, Blutstillung, what ever) – ohne diese Hinweise trauen sich meiner Erfahrung nach bspw. bei einem Kreislaufstillstand meiner Erfahrung nach >90% nicht, mit einer Wiederbelebung zu beginnen.
Ich hoffe, ich konnte ein bisschen Verständnis dafür wecken, warum bestimmte Fragen einfach notwendig ist und das Hilfe trotz des weitergeführten Dialogs nach der Ermittlung von Einsatzort und Leitsymptom bereits auf dem Weg sein kann. Der Job der Leitstellen ist – systemimmanent – unheimlich intransparent, keine Frage. Viele Menschen stehen vor einer – für sie – eindeutigen Notsituation und haben überhaupt kein Verständnis für viele Nachfragen.
Die Situation, die der Notrufende mit allen Sinnen wahrnehmen kann, erfährt der Disponent nur über einen unbeteiligten medizinischen Laien – der Disponent hat in dem Moment nur sechs Monitore vor sich und ein Headset, aber es fehlt der Eindruck der Situation.
Disclaimer: Ich bin Schichtführer in einer Feuerwehr- und Rettungsleitstelle, aber nicht in Hamburg.
Es geht in der Kritik nicht um die Fragen und deren Inhalt, sondern um die Form wie sie der Anruferin gestellt wurden und welches Bild ihr in ihrer scheinbaren Hilflosigkeit vermittelt wurde.
Die Frage für nach dem Alkohol halte ich für fragwürdig unter dem Aspekt das es Krankheitsbilder gibt die in der subjektiven Symptomatik wie ein Alkoholrausch daher kommen. Bsp.: entgleister Diabetes (“Zuckerschock”), epileptischer Anfall. Das ist für einen Fachmann ohne weitere Informationen im akuten Fall schon schwer zu unterscheiden, erst gar nicht für einen Laien.
Da heute schon viel zu oft weggeschaut wird (“Der ist ja besoffen!”) ist eine Frage zum Akoholisierungsgrad nicht förderlich.
Das Anrufermanagement ist – so wie hier geschildert – ein absolutes NOGO, das sehe ich genauso, ich dachte, dass das deutlich geworden ist.
Für den Fall (den ich immer noch für nicht gegeben erachte, da das von uns hier niemand überprüfen kann -> Unschuldsvermutung), dass tatsächlich nach dem Erstanruf keine Hilfe entsandt wurde, liegt ein Straftatbestand vor, für den andere Disponenten (dann aber meistens Angestellte und keine Beamte) in Deutschland schon rechtskräftig verurteilt wurden.
Aus den Kommentaren hab ich entnommen, dass du kein medizinischer Laie bist, daher möchte ich dein Beitrag zur “Frage nach Alkoholkonsum” noch schnell kommentieren:
- Bei vielen Menschen gibt es eine Vorverurteilung
1.) von Alkoholikern
2.) von Rettungsdienst und Polizei, denen gerne pauschalisiert unterstellt wird (auch hier in den Kommentaren), dass sie Betrunkene weniger ernst nimmt als die “Restbevölkerung”.
Die Frage nach dem Alkoholkonsum ist eine kritische, dass nehme ich auch immer wieder im Notruf wahr. Wenn man feine Sensoren hat, dann bemerkt man danach bei vielen Anruferen eine zögernde Antwort oder eine andere Tonlage, viele scheinen dann zu denken: “Ah, jetzt fragt der Notruf nach Alkohol, dann nehmen die das hier alles nicht ernst”.
Es sollte aber bei einer Frage im Notrufdialog niemals um Moral, um Vorverurteilung oder um eine gesamtgesellschaftliche Entwicklung gehen, wie es dein letzter Satz suggeriert.
Ob eine Frage im Notrufdialog gestellt wird, darf eigentlich nur von zwei Faktoren abhängig sein:
1.) Ändert sie etwas an meiner Verdachtsdiagnose?
2.) Ändert sie etwas am zu entsendeten Kräfteaufgebot (z.B. Notarzt ja/nein)?
Wenn eine der beiden Fragen mit “ja” beantwortet wird, muss sie gestellt werden.
Beispiel 1:
Eltern rufen nachts um 01:00 Uhr an, die 20jährige Tochter hat keine Vorerkrankungen, ist jetzt plötzlich nicht mehr richtig ansprechbar, reagiert noch mit leichtem Stöhnen auf Schmerzreiz, weiteres ist nicht bekannt.
Beispiel 2:
Eltern rufen nachts um 01:00 Uhr an, die 20jährige Tochter hat keine Vorerkrankungen, wurde eben von ihrem Freund nach Hause gebracht, der erzählte, dass sie auf der Heimfahrt noch den Rest aus einer Wodkaflasche (0,5 Liter) getrunken hat, reagiert noch mit leichtem Stöhnen auf Schmerzreiz.
Im Beispiel 1 werden Rettungswagen und Notarzt entsandt, im Beispiel 2 nur ein Rettungswagen.
Nicht, weil eine Vorverurteilung stattfindet oder man die Hilfeersuchende quasi dafür bestraft, dass sie sich schuldhaft selbst in die Lage gebracht hat, sondern weil der medizinische Sachverhalt und die Herausforderung bezüglich Diagnose und Behandlung vor Ort vollkommen unterschiedlich sind!
Ich kann aber natürlich hier nur die Optimallösung darstellen. Selbstverständlich gibt es überall, wo nunmal unperfekte Menschen arbeiten, auch Vorverurteilungen und abwertende Fragen und Missbrauch des kleinen bisschen Macht, das zu haben man meint. Und natürlich hat nicht jeder Disponent die nötige Reflektionsfähigkeit, seine eigenen Moralvorstellungen und Einstellungen aus seiner Arbeit herauszuhalten.
Es ist aber falsch, dann quasi im Umkehrschluss bestimmte Fragen zu verbieten, weil sie beim Anrufer ein falsches Gefühl auslösen könnten. Davon muss man auch ein Stück unbeeindruckt sein.
*Ich verweise nochmal auf meinen ersten Satz bezüglich des konkreten Sachverhalts, der Rest des Kommentars ist losgelöst vom konkreten Fall zu sehen*
Jetzt werde ich zum Schluss auch noch moralisch und allgemein:
Ich finde die Antwort der Pressestelle der Feuerwehr Hamburg sehr gut, wenn die ihr QM ernst nehmen, dann werden die jetzt mal den Gesamtvorgang beleuchten:
- War der Mitarbeiter einer besonderen – zusätzlich zum sowieso stressigen Aufgabengebiet – Stressbelastung ausgesetzt (Systemabsturz, Lärmquelle etc.)?
- Gibt es falsch zu verstehende Handlungsanweisungen / Indikationskataloge?
- Herrscht ein falscher Corpsgeist, herrscht das Gefühl, Einsatzmittel zurückhalten zu müssen etc.?
- Was führte zum falschen Tonfall?
- Wurden tatsächlich keine Einsatzmittel entsendet?
Wie gesagt, ich habe auch eine Meinung zum Sachverhalt und auch zum Verhalten des Disponenten, aber vielleicht reicht es langsam mit der “Hängt ihn höher”-Mentalität und wir nehmen erstmal eine Unschuldsvermutung an und lassen die Feuerwehr Hamburg den Prozess beleuchten und eine Stellungnahme abgeben…
Ich muss schon sagen: Es wäre schön, wenn es so wäre. Aber in der Realität ist es nunmal so, dass bei einem Notruf immer erst mal versucht wird, den Anrufer abzuwimmeln oder einzureden, dass alles doch gar nicht so schlimm ist. Mag es auch durchaus diese Anrufskripte in der Leitstelle geben, die Sie erwähnen und die auch sinnvoll wären, würden sie konsequent angewendet. Und ich glaube einfach nicht, dass das was hier passiert ist, ein Einzelfall ist. Auch aus eigener Erfahrung. Wenn der Disponent wirklich so professionell im Hintergrund gehandelt hat, dann gab er sich wirklich SEHR viel Mühe, das zu verbergen. Ich sehe auch nicht, warum Einzelfälle, wenn es denn doch welche wären, akzeptabel sein sollen. Hinter jedem Anruf steht ein Mensch in Not.
Mit Verlaub, sie pauschalisieren!
“…in der Realität ist es nunmal so, dass bei einem Notruf immer erst mal versucht wird, den Anrufer abzuwimmeln oder einzureden,..”
Ja, diese Fälle gibt es sicherlich.
Es gibt aber auch Leitstellen und Leitstellenmitarbeiter, die sich wie von mir oben beschrieben hinterfragen, die Qualitätsmanagementsysteme einführen und diese auch leben, die eine Supervision durchführen, gemeinsame Qualitätsgespräche zu zufällig ausgewählten Notrufen führen und und und.
Es ist ein förderales System, in den meisten Bundesländern werden Leitstellen auf Landkreisebene betrieben. Sie werten also gerade mal pauschal einen ganzen Berufsstand ab, weil Sie – ich vermute, vorrangig in einer Region – negative Erfahrung machen.
Nehmen Sie mir es nicht übel, wenn ich hier quasi reflexhaft widerspreche. Es ist aber traurig zu sehen, dass die unwidersprochen vorhandenen schwarzen Schafe immer die Debatte beherrschen.
Ein letztes: Ich habe in all meinen Kommentaren zum Ausdruck gebracht, dass ich relativ neutral über Qualität in Leitstellen spreche und diese Teile meiner Kommentare von meiner Meinung zum Sachverhalt getrennt.
Ich habe also nie behauptet, dass ich annehme, dass der Disponent in diesem Einzelfall richtig gehandelt hat.
Und ich habe ebenfalls nirgendwo behauptet, dass Einzelfälle tolerabel wären, ich habe nichtmal behauptet, dass es eine Entschuldigung für das beschriebene Verhalten wäre, wenn es im Gesamtprozess andere Fehler gibt, die den Disponenten entlasten.
Aber vielleicht sollte man trotzdem vor einer weiteren Debatte die Gegenseite hören, bis dahin keine Schuldvermutungen herausposaunen und etwas Emotionalität aus der Sache herausnehmen (damit sind nicht Sie gemeint, aber die Hausherrin dieses Blogs versucht glaube ich auch gerade auf genau das hinzuwirken).
an dir möchte ich in diesem fall keinesfalls kritik üben: DU hast völlig richtig reagiert, nach bestem wissen und gewissen. (;
Liebe Victoria,
ich habe die Kommentare bestenfalls überflogen und hoffe ich wiederhole nur was schon gesagt wurde. Du hast gehandelt und zwar richtig! Ich sage das übrigens mal aus der Perspektive eines Erste-Hilfe Ausbilders und Rettungsassistent mit über zehn Jahren Berufserfahrung.
Ein Erste-Hilfe Kurs ist immer wieder sinnvoll, egal in welchem Lebensabschnitt man sich befindet. Aus meiner Sicht ist die wichtigste Nachricht im EH-Kurs die Scheu vor dem Helfen zu nehmen. Man kann nämlich nur eines falsch machen, nämlich sich abwenden und weitergehen. Die basale Hilfeleistung ist ein Notruf. Europaweit unter 112. Dort sollten Experten sitzen. Nicht unbedingt Ärzte, aber Menschen die in der Lage sind die Nervosität des Anrufers aufzufangen und eine grobe Einschätzung der Lage vor Ort vorzunehmen. Dann gibt es eigentlich auch nicht mehr viel zu tun. Du schilderst die Situation und die Leitstelle entscheidet ob ein Rettungswagen geschickt wird, ob auch ein Notarzt dazu kommt, oder ob die Situation anderweitig gelöst werden kann. In der von Dir geschilderten Situation sollte in Hamburg wenigstens ein Rettungswagen (RTW) geschickt werden, evtl. ein Streifenwagen der Polizei, den Notarzt könnte der RTW ggf. nachfordern.
Ob später ein ransport ins Krankenhaus erfolgt kann der RTW von mir aus entscheiden, aber wenn Du in einer Situation bist in der Du (medizinische) Hilfe benötigst sollte 112 weiterhin die Nummer der Wahl für Dich sein.
An Deiner Stelle würde ich im Handy noch mal nach der Uhrzeit des Anrufs im Handy nachsehen und den Vorfall an die Amtsleitung melden und um eine Stellungnahme bitten. Denn selbst wenn die Dame alkoholisiert war, so ist das parallele Eintreten eines Schlaganfalls oder Herzinfarktes nicht ausgeschlossen.
Feuerwehr Hamburg Amtsleitung Oberbranddirektor Dipl.- Ing. Klaus Maurer
Westphalensweg 1
20099 Hamburg
Tel.: Fax: E-Mail:
040 42851-4001
040 42851-4009
fl@feuerwehr.hamburg.de
Ich finde als Steuerzahler dieser Stadt haben wir ein Recht darauf zu erfahren wie man sich im Notfall um uns kümmert.
Also Danke, dass Du und Deine Kollegen getan haben was ihr gesunder Menschenverstand vorgeschlagen hat. Bitte mehr solche Menschen!
Grüße Ralf
Moin,
diese Mail ist mir gerade als Antwort auf den Hinweis auf diesen Post von der Pressestelle der BF Hamburg zugegangen:
“Sehr geehrter Herr YX,
wir werden mit der Dame Kontakt aufnehmen und dies im Rahmen des Qualitätsmanagement aufarbeiten. Vielen Dank für die Informationen.
Mit freundlichen Grüßen
Manfred Stahl Pressesprecher
Leiter der Pressestelle Feuerwehr Hamburg”
(Footer gekürzt)
-niemalsnever
Man mag ja darüber diskutieren können ob es sinnvoll ist das Victoria einen EH-Kurs besucht.
Ihr hier (wie in einigen Kommentaren) Fehlverhalten oder gar mangelnde Hilfsbereitschaft zu unterstellen ist schon frech!
Natürlich hätte sie umhergehende Leute animieren können was zu tun. Aber, sie befand sich in einer Notsituation und fühlte sich hilflos, da handelt man nicht mehr rational.
Es geht hier einfach darum das dem Disponenten in der Leitstelle klar und deutlich gesagt wurde das die Person hilfsbedürftig und nicht ansprechbar ist. Das muss ich nicht noch 5 mal abfragen. Und selbst wenn er einen schlechten Tag hatte muss er nicht in so einem Ton mit dem Anrufer sprechen.
Ich unterstelle mal das die Wiedergabe des Anrufs im Post des Realität entspricht.
Ich habe beruflich (Krankenpfleger) selbst täglich mit den Disponenten in der Leitstelle hier im Kreis zu tun. Ich bin immer wieder erstaunt welche gute Ortskenntnis sie besitzen und wie sie über bestimmte Begebenheiten vor Ort Bescheid wissen. Diese Disponenten sind auch für die Notrufe zuständig. Bin schon einige male freundlich aus der Leitung geschmissen worden “Ruf später an. Bekomm grad nen Notruf! “.
Aus eigenen Anrufen bei der 112 weiss ich das bei Telefonen mit Rufnummern im Telefonbuch eine automatische Rückwärtssuche abläuft und damit der Standort der Anrufers verifiziert wird (Festnetz).
Wenn es hier um Kritik um die Menschen vor Ort geht, geht es wohl weniger um Victoria. Sicher kann man im Rückblick jedes Verhalten in einer Situation verbessern.
Es geht aber auch darum die Menschen zu motivieren wenigstens für weitere Hilfe zu sorgen!
Nebenbei frag ich mich was für ausreichende Angaben der Security-Mann machen konnte damit der RTW kam? War der Disponent einfach sachlicher?
Welche Lehren Victoria jetzt aus der Situation für sich zieht sollten wir ihr persönlich lassen. Aber ich hoffe das sie bei der nächsten Notfallsituation wieder die 112 anruft! Trotzdem!
Krass. Wenn ich so heftig mit dem Kopf schütteln würde wie ich möchte, würde ich mir den Kopf abreißen. Dass dieser Mann an der Notzentrale einfach _aufgelegt_ hat. Halllooooooo?!?!? Gehts noch? Auch wenn sich Passanten nicht immer richtig verhalten, sei es aus Ignoranz, Unwissenheit oder Angst etwas falsches zu tun, dieser Herr am Telefon hat 17x mehr alles falsch gemacht, als es Laien getan hätten. Krass. Ich bin sprachlos.
Liebe Victoria,
zu dem Vorfall wurde ja schon praktisch alles gesagt.
Ich denke auch, dass ein solcher Blogbeitrag nicht genügt, um den Vorfall aufzuarbeiten. Du solltest ihn unbedingt den Vorgesetzten schildern, damit sie auf das Fehlverhalten des Mannes reagieren können.
Ansonsten kann ich nur jedem empfehlen, seinen Erste Hilfe Kurs alle paar Jahre aufzufrischen. Ich habe vor der Geburt unseres ersten Kindes einen Wochenendkurs speziell für EH bei KIndern gemacht (geht z. B. bei den Johannitern oder Maltesern). Ob am Badesee, auf der Straße oder auf dem Spielplatz passieren täglich Dinge, die Ersthelfer fordern. Im Erste Hilfe Kurs lernt man übrigens auch, dass man weitere potenzielle Helfer direkt ansprechen und ihnen Anweisungen geben sollte (z. B. wenn man mit dem Beatmen beschäftigt ist: “Sie da, mit der blauen Jacke, rufen Sie sofort den Notarzt!”).
Da hier auch einige Kommentatoren Dein Verhalten kritisiert haben: Ich denke, man sollte immer selbstkritisch sein, um für die Zukunft zu lernen, aber ich sehe hier nicht, dass Du Dir als “Laie” irgendetwas vorwerfen müsstest.
Viele Grüße
Susanne
Recht hast du, er ist Profi, das ist sein Job. Und das ist Pflicht, und Kür hat da nix zu suchen.
Zum Glück hat sich die gute Victoria in diesem Fall als handelnde und nicht als geschwätzige, wie eine Reihe Kommentatoren, herausgestellt. Sollte ich einmal in eine Notsituation kommen, wäre es mir lieb, sie ist in der Nähe und ruft Feuerwehr/Notarzt, als jene, die hier wieder mal alles besser wissen – aber ansonsten mich am Boden liegend vermutlich ignorieren würden.
Alle eingehenden Telefonate werden aufgezeichnet. Du solltest diesen Mann vom Notruf anzeigen. So jemand ist fûr diesen Job absolut unqualifiziert.
Übrigens, um mal diesen Gaga-Antworten zu widersprechen: du hast absolut souverän und richtig in dieser Not-Situation gehandelt.
Schland!!! Ole…. Olee!
Mir ist genau das gleiche passiert. Ein Autofahrer hatte bei Abbiegen ein Kind angefahren und sofort angehalten und sich um das Kind gekümmert. Ich hatte den Vorgang beobachtet und sofort 112 angerufen. Leider war ich in einer Gegend unterwegs in der ich mich nicht sonderlich gut auskenne. Ich konnte dem Menschen am Telefon nur sagen des es unmittelbar vor dem Eingang zur Trabrennbahn in Bahrenfeld passiert ist, den Straßennamen konnte ich so schnell nirgendwo erkennen. Eine “Trabrennbahn Bahrenfeld” hatte er aber nicht im System und kann mir deshalb keinen Krankenwagen schicken. Ich möchte doch wieder anrufen wenn ich weiß wie die Straße heißt und so lange die Leitung freihalten. Hätte mir nicht in diesem Moment ein anderer Passant den Straßennamen gesagt, würde ich dort wohl immer noch verdattert herumstehen. Haben die dort keinen Zugriff auf einen vernünftigen Stadtplan und ein “Verzeichnis markanter Orte” (aka POI)? Das hat heute doch schon jedes Billig-Navi für 50 € aus’m Diskounter.
Boah, ich bin sprachlos, was sind hier eigentlich für Klugscheißer unterwegs?!?
Ihr würdet doch alle sofort mit einer Ruhe und Gelassenheit reagieren, wenn vor euch einer umkippt oder?
Ich finde es echt daneben wie sich hier einige aufspielen. Hallo? Da wurde erstmal was gemacht. Es gibt genug Leute die nur rumgaffen und nichts tun würden.
Ich mache aller paar Jahre einen Erste Hilfe Kurs und ja, ich wäre auch aufgeregt, wenn dann der Fall X eintrifft bei dem man helfen muss. Passiert ja nicht jeden Tag, dass da jemand umkippt, woher also die Routine nehmen?
Victoria: Ich finds toll, dass du überhaupt reagiert hast. Der Typ am Telefon ist einfach nur daneben gewesen. Denn m.e. gehört es auch dazu den Anrufer zu beruhigen und ihm das Gefühl zu geben da grad das richtige getan zu haben.
Sry viel zu viele Kommentare, daher hab ich nicht bis zum Schluss durchgelesen.
Aber eins muss ich einfach los werden. Den ganzen Übermenschen die hier auf den Besuch eines EH Kurses pochen: Die Kurse sind milde gesagt fürn Arsch! Das sind 4 Stunden und in denen wollt ihr lernen wie ihr einem Menschen vernünftig behandelt? Das Einzige was man dort wirklich lernt ist dass man verdammt noch mal immer, egal was los ist zumindesten einen Notruf absetzen kann und auch soll. Die Leitstelle entscheidet dann über das weitere Vorgehen.
Ich besuche selber jährlich einen EH Kurs, meisten über zwei Tage, würde also von mir behaupten dass ich unter Laien eine relativ hohe Ausbildung in diesem Bereich habe. Trotzdem ist dieses Wissen gleich Null. Man vergisst es einfach wieder, wenn man es nie anwendet.
Liebe Victoria,
ich habe nicht alle Kommentare gelesen, da ich die Überheblichkeit und Arroganz einiger Kommentare nicht aushalten konnte. Keiner von uns kann sich davon freisprechen, in einer solchen Situation keine Fehler zu machen, hinterher weiß man immer mehr… Es geht darum zu helfen und das zu tun, was man tun kann. Du hast sofort den Notruf abgesetzt und das ist wichtig und richtig! Lass dir hier nicht von irgendwelchen Schwachmaten (sorry, aber das regt mich echt auf) was anderes einreden!
Was das Verhalten des Notruf Kollegen angeht: DAS GEHT GAR NICHT! Bitte tue dir und allen den Gefallen und beschwere dich! Solche Personen dürfen an so einer Position nicht sitzen! Es zählt in vielen Situationen jede Minute und ein derartiges Verhalten kann im worst case den Verlust eines Menschen bedeuten, dem zu helfen gewesen wäre. Bitte unternimm was und lass es nicht darauf beruhen. So einem Vorfall muss nachgegangen werden!
Viele Grüße,
Katrin
@Salid:
Ich möchte nicht in eine Fachdiskussion abgleiten, aber viele Retter diskutieren gerne über die Aufgaben und Prozesse von Leitstellen, ohne den ganz tiefen Einblick zu haben.
Wir nehmen mal an, der Disponent kennt das Objekt “Verlagshaus Gruner & Jahr”, weiß, dass es irgendwo am Baumwall ist und das dort jetzt dringend Hilfe hin muss.
Er tippt das Objekt also als Freitext ins Einsatzleitsystem.
Ein Blick auf die Karte verrät ihm, dass wohl die BF-Wache Mitte am günstigsten ist – mit einem Blick auf die Fahrzeugzustandsanzeige stellt er aber fest, dass alle rettungsdienstlichen Einsatzmittel dieser Wache bereits im Einsatz sind.
Er ordnet dann also die Einsatzmittel von Hand zu (er hat ja keine Georeferenz, mit der ein systemischer Einsatzmittelvorschlag erzeugt werden kann)
Dabei schätzt er die Eintreffzeit mehrerer Wachen – während des laufenden Notrufdialogs – ab. Leider vertut er sich und nimmt nicht die Wache der zweiten, sondern der dritten Wachfolge. In einer Stadt wie Hamburg ist das meines Erachtens unheimlich schnell passiert.
Oder er nimmt tatsächlich die zuständige Wache, diese brauchen aber zu diesem Objekt aktuell länger, weil sie eine Baustelle nicht passieren können, wodurch aktuell eine andere Wachfolge berücksichtigt werden müsste.
Die Einsatzmittel brauchen dadurch vier Minuten länger zum Objekt als jenes, dass bei einer Georeferenzierung als automatischer Systemvorschlag vorgeschlagen worden wäre.
Der Notruf wird – für die Anrufer belastend – durch die Nachfrage nach dem Straßennamen um 30 Sekunden verzögert, trotzdem treffen die Einsatzmittel in diesem Beispiel 3,5 Minuten eher ein.
In welchem Fall erzeugen wir die bessere Outputqualität? Selbstverständlich sind das alles Annahmen und vielleicht hätte sich der Disponent auch intuitiv aus 140 zur Verfügung stehenden Einsatzmitteln für das eine Richtige entschieden – aber es liegen häufig für den Gesamtbereich unheimlich viele Informationen im Einsatzleitsystem zur Verfügung, dass es einfach sinnvoll ist, die Georeferenzierung zu nutzen und dafür einen systemischen Vorschlag zu berechnen. In unserer Leitstelle wird den Einsatzmitteln des Rettungsdienstes die Einsatzortkoordinate auch noch automatisch aufs Navi gespielt, so dass diese beim Einsteigen bereits die richtige Route angezeigt bekommen – wieder 15sec. gespart.
Manchmal sehen Standards vielleicht nach außen unflexibel aus – machen aber in der Innenbetrachtung auch in dem Einzelfall Sinn.
Optimierungspotential sehe ich in diesem Fall (wie gesagt unter der Grundannahme, dass trotz der unprofessionellen und ablehndenden Äußerungen Hilfe entsendet wurde) vor allem im Anrufermanagement.
“Wo sind Sie?”
“Bei Gruner & Jahr”
“Das Verlagshaus in der Straße “Baumwall”?”
“Ja, genau!”
“Gut, Hilfe ist JETZT auf dem Weg zu Ihnen, sorgen Sie bitte jetzt dafür, dass ab der Straße “Baumwall” ein Einweiser bis zum Notfallort bereitsteht, ich bleibe solange am Telefon und sage Ihnen im Anschluss, wie Sie der Person helfen können”
…
Wie gesagt, Fragen müssen gestellt werden, um manche Fragen kommt man einfach nicht herum, aber die entscheidende Stellschraube ist das Anrufermanagement.
Die entscheidende Schraube ist wohl eher die soziale Kompetenz. Und das Problem ist ja nicht gewesen, dass nach der Straße gefragt wurde – das muss und ist erwartbar. Aber dass, nachdem die offensichtlich nicht beantwortet werden konnte, die Hilfe verweigert wurde toppt noch die offensichtliche Inkompetenz, einen Dialog mit einem Hilfesuchenden grundsätzlich unterstützend zu gestalten.
Du nennst es – allgemein und verständlich – soziale Kompetenz.
– Anrufermanagement.
Ich nenne es – vielleicht als Fachidiot
Wir meinen dasselbe und ziehen auch die selben Schlüsse – es gab in den Gesamtkommentaren aber auch einige, die gleich den gesamten Notruf in Frage gestellt haben, im Ursprungsposting ist auch eine gewisse Kritik zu hören (das Gebäude ist jedem Hamburger bekannt – ja, aber das Gebäude ist auch ziemlich groß, und wer einmal auf der Leitstelle schuld war, dass ein Rettungswagen in der Parallelstraße vier Minuten auf und ab gefahren ist und den Einsatzort nicht gefunden hat, der investiert halt 10 sec. mehr in die Einsatzortvalidierung).
Ich finde es wichtig, dass in dieser emotionalen Diskussion hier im Blog mal das Fehlverhalten eines Einzelnen (und vielleicht nur im Einzelfall) vom Gesamtsystembashing getrennt wird…
Und ob Hilfe verweigert wurde, wissen wir nicht. Wir wissen, dass das Telefonat sehr unprofessionell zu Ende ging – aber ich gehe aus persönlicher Erfahrung nach wie vor davon aus, dass trotzdem Hilfe entsendet wurde, wenn der im Blogbeitrag geschilderte Sachverhalt ansonsten vollständig ist (wovon ich ebenfalls ausgehe).
Mehr Sachlichkeit, weniger Vorverurteilung. Wenn die Antwort von der Pressestelle der Feuerwehr Hamburg (die ja inzwischen anscheinend mindestens dreimal angeschrieben wurde) nicht sachgerecht ist, können wir gerne weiter auf das System einknüppeln…
Wenn er wirklich während des Dialogs bereits jemanden losgeschickt hat, könnte er das ja durchaus auch sagen, insoweit passt das schon zu Ihrer Forderung nach besserem Anrufmanagement.
Andererseits konnte das nach dem wiedergegebenen Dialog nicht angenommen werden. Man musste vielmehr annehmen, dass der Disponent annahm, dass gar keine Hilfe benötigt wird, denn sonst würde man ihn ja wohl nicht beleidigen. Das muss niemandem anders vorkommen. Also, ich hätte nach diesem Anruf ebenfalls geglaubt, dass niemand geschickt wird und wäre entsetzt gewesen. Und machen wir uns nichts vor, wahrscheinlich war es auch so. Und wahrscheinlich wird er sich auch irgendwie rausreden können. Ich bin schon sehr gespannt, was in der Sache noch rauskommt.
An Alle “Boah die Bloggerin hätte doch dies jenes,welches- besser, schöner, optimierter, seriöser, perfekter machen können:
Seid Ihr noch ganz Dicht!!
Grad die ganzen Klugschwätzer hier, sind doch genau das stereotype Klientel, welches mit Handykamera Bilder von vermeintlichen Opfern “schießt” oder aber gelangweilt nix macht.
Welch anmaßende, großkotzige und Menschen verachtende Einstellung, jemanden der seine Gefühle und auch seine eigene Unsicherheit beschreibt, mit Buchstaben aus Wörtern zu vergewaltigen.
Das zeigt mir wieder:
Deutschenland, deine Welt aus Neid,Missgunst, fehlendem Taktgefühl, Anstand, fehlender Moral, Demut und keinem
Mitgefühl.
post scriptum:
Fühl dich nicht alleine Victoria, in meiner Arbeit als Journalist, erlebe ich diese Unfähigkeit des liebevollen Miteinanders auf meinen Internetseiten oder auf der Straße täglich:
Große Schnauze, nix dahinter!
von fehlbarem Mensch zu fehlbarem Mensch -> alles richtig macht!
den Besserwissern:
Get a life und erzieht eure Hunde, aber nicht fremde Menschen!
Och Nerv. Was hat das denn wieder mit Deutschland zu tun? In dieser Geschichte haben sich mehrere Menschen (nicht nur der Idiot am Telefon, auch die Passanten, die wegsehen) abscheulich verhalten, aber das hat doch mit Nationalität nix zu tun. Wenn Du allen Ernstes glaubst, woanders seien die Menschen keine Arschlöcher, zieh halt weg und mach Dich auf ne saftige Überraschung gefasst,
Großer Gott!!! Da fällt einem nichts mehr ein! Ich bin total schockiert! Diesem Menschen sollte auf jeden Fall fristlos gekündigt werden! Mindestens!
Traurig ist aber auch, dass so viele weggesehen haben, “plötzlich” stolzer “Nichtbesitzer” eines Handys geworden sind..
Liebe Victoria,
ich kann nicht fassen, dass dir das wirklich passiert ist – und noch weniger kann ich fassen, dass du auf deinem Blog dafür angepampt wirst, du hättest dich nicht richtig verhalten. Und dass du dir auch noch Scheißratschläge dafür eingefangen hast.
Herzlich,
Michaela
Den selben Text den du hier veröffentlicht hast, würde ich auch nochmal an die Bild schicken! Evtl auch an bekannte Fernsehsender! Solche Leute haben in einer Rettungsleitstelle nichts zu suchen! Und wenn ich hier dann auch noch Kommentare lese das du nicht genug geholfen hast weil du (nur) die 112 gewählt hast, bekomme ich echt das würgen! Du hast genau das richtige gemacht in der Situation. Weitere Ausführungen gegenüber anderen Kommentaren erspare ich mir und allen anderen hier jetzt einfach mal, da ich nicht persönlich werden will! Ich hoffe nur du wählst beim nächsten mal wieder die 112 und haßt dich nicht verschrecken lassen.
Der betreffende Mitarbeiter an der 112-Hotline darf seine Arbeit *so* nicht weiter machen, das ist eine echte Gefahr für Menschenleben.
Jeder von uns kann der nächste sein, der da anruft oder da liegt – übrigens auch Sie, liebe Verantwortliche bei der Hamburger Feuerwehr!
Die Anrufe an die 112 werden aufgezeichnet.
Das ist übrigens fast das einzige, woran ich mich aus meinem Erste-Hilfe-Kurs von vor zwei Monaten erinnere. Womit ich sagen will, dass so ein Kurs sicherlich sinnvoll ist, aber nicht in dem Maße, wie hier oft erwartet.
Ansonsten schließe ich mich dem Kommentar von Ralf Appelt 8. Juni 2011 09h voll und ganz an.
Folgende wahre Geschichte:
Wir, (Freund x, Mutter Y von Freund und ich) waren auf dem Mittelaltermarkt.
Mutter Y geht es nicht gut, Blutzuckerabfall, Abkühlung der Körpertemperatur etc.
Sie kam ins Krankenhaus, alles schön und gut.
Dort wurd sie am nächsten morgen entlassen. Im Bericht stehen u.a. eine Infusion, die sie nie bekommen hat.
Desweiteren wurde sie nicht untersucht.
Sie ist diese Woche zum Arzt – wo nun der Verdacht besteht, dass sie einen leichten Schlaganfall hatte.
Danke, liebes Personal, dass ihr wunderbar darauf achtet, Geld von der Kasse zu zapfen, aber nicht eine 70 Jährige Dame überhaupt untersucht.
Zu deiner Geschichte:
Unfassbar.
Echt. Wenn ich so in meinem Job wär, wär ich den ganz schnell los.
Sasa, bei allem Respekt und Verständnis, ich weiß selber das diese Fälle immer wieder vorkommen. Aber bitte nicht zu schnell verschiedene Aspekte durcheinander werfen bevor man weiß in welchem Zusammenhang sie zueinander stehen!
Das deutsche Gesundheitssystem krankt selbst an allen Ecken und Kanten. Die kompetenten Ärzte sind schon hoffnungslos überfordert und bei den weniger bis inkompetenten sieht es noch viel schlimmer aus!
Gute Ärzte, die eine sehr gute Qualität liefern können, suchen sich seit Jahren Jobs die stressfreier sind. Das muss auch nicht immer was mit der Bezahlung zu tun haben. Es geht um ein “Preis-/Leistungsverhältnis”.
Diese Geschichte hat auch nichts mit dem Fall von Victoria zu tun. Victorias Fall hat, wenn überhaupt, nur marginal mit dem maroden Gesundheitssystem zu tun! Da geht es um menschliches Verhalten.
Zwei Dinge sind mir bei der ganzen Sache besonders wichtig. Zum einen, dass Victoria bereit war, ihrer Angst zu begegnen und zu handeln. Das tut nicht jeder. Zum anderen, die Situation nicht auf sich beruhen zu lassen, sondern anzusprechen und evtl zu klären. Das tut auch nicht jeder.
Inhaltlich kann man natürlich jedes noch so kleine Detail auseinandernehmen, wichtig ist einzig nur, dass etwas getan wurde. Was man macht, mag verkehrt sein, nur nichtstun ist falsch.
Wer will Victoria hier ihr “Fehlverhalten” vorwerfen? Wer war dabei? Wer will von jedem Laien Sicherheit und Ruhe einfordern? Von einem Operator in einer Leitstelle erwarte ich, dass er IMMER sachlich und ruhig bleibt, dass ist sein Job, dafür wurde er ausgebildet. Außerdem, unser nach wie vor hervorragendes medizinisches System IST für alle da, für den unverschuldeten Notfall, wie für den dämlichen Komasäufer. Das nennt man Solidargemeinschaft.
Ich hab ne relativ ähnliche Geschichte erlebt.
Wir sind Nachts im Winter auf dem Weg nach Hause (es waren so ca. -3 bis -5° C) als meiner Frau eine Person in einer Hofeinfahrt auffällt die dort regungslos liegt.
Wir haben gehalten und mehrfach versucht den Mann anzusprechen – keine Chance (stark alkoholisiert). Wir haben dann die Polizei (also Notruf) verständigt und man sagte uns, es würde sofort jemand kommen.
Wir leben relativ ländlich, da ist es also nix besonderes wenn ein paar Minuten verstreichen.
Zwischenzeitlich kam noch ein weiterer Dorfbewohner den man wohl verständigt hatte und versuchte mit uns diese Person wach zu bekommen. Irgendwann hat der den Typen scheinbar erkannt (ca. 15 Min.) und sagte dann: “Das ist doch Dennis? Dem Suffkopp… pfff” drehte sich und verschwand.
Wir haben noch ca. 3-5x die Polizei gerufen, die uns, nachdem wir den Namen der Person genannt haben, gesagt hat wir sollten ruhig heimfahren. Die würden sich kümmern. Meine Einwände das der erfriert weil es a. saukalt und er b. voll wie ne Strandhaubitze war, war denen wohl egal…
Irgendwann sind sie dan gekommen….
Ich bin dankbar, dass es Menschen, wie Victoria gibt, die nicht wegsehen, sondern was tun!
Ihr vorzuwerfen, sie hätte mehr tun können/müssen ist hier total unangebracht!! (Und ich kann mir auch vorstellen, dass bei all dem Ärger über den Typen am Telefon, sie sich selber auch fragt, was sie noch oder anders hätte tun können.)
Der Knackpunkt an diesem Vorfall ist das Verhalten eines Mannes, der dafür ausgebildet ist (sein sollte), mit derartigen Situationen umzugehen. Dazu gehört auch, mit unterschiedlichen Aufregungsleveln und Wissensständen zu EH beim Anrufer umzugehen.
Wie ich es vom Ablauf her erwarte ist, wie es meine Familie erlebte, als ein guter Freund zusammenbrach, mit einem Herzinfarkt wie sich später herausstellte:
Anruf beim Notruf, vor Aufregung nur unzureichende Beschreibung des Standortes, präzise Nachfragen, die innert weniger Sekunden zu genauer Ortsbestimmung führte.
Dann Nachfrage, ob mehr als ein Helfer zur Verfügung steht (war der Fall), Nachfrage, wie sicher die Anwesenden sich mit EH fühlen (sehr unsicher), daraufhin klare, ruhige Nachfragen zu bestimmten Symptomen etc. gefolgt von Anweisungen was und wie getan werden sollte. (z.B. Hinweis auf etwas anderen Rhythmus bei der Herzmassage).
Zwischendurch immer die Info wie weit entfernt der RW noch ist und beruhigende Worte. Einige Minuten vorm Eintreffen dann die Bitte, eine Person auf die Strasse zu schicken, damit der Weg klar ist.
Bei Eintreffen der Helfer kümmerten sich zwei sofort um den Patienten, einer übernahm das Telefon und liess sich die bislang durchgegebenen Informationen noch einmal sagen (war zum größten Teil schon per Funk durchgegeben worden), weil sie davon ausgingen, dass die Anwesenden vor Aufregung eben nicht alles würden widergeben können.
Ohne die schnelle Entsendung des RW und vor allem den präzisen und beruhigenden Anweisungen, was zu tun ist, hätte dieser Freund den Infarkt wahrscheinlich nicht überlebt (laut Arztaussage). (Alle Beteiligten frischten danach ihre EH-Kenntnisse auf, und dennoch, in einer Stresssituation kann davon nur noch wenig übrig bleiben.)
Ich dachte bis gestern, dass dies mehr oder minder Standardablauf (je nach Vorfall natürlich) sei, dass die, die dort in der Leitstelle sitzen die entsprechende Ausbildung haben, so zu reagieren, dass eben auch unsichere und ungeübte Menschen einen immensen, lebensrettenden Beitrag zur Hilfe leisten können. An wen, wenn nicht die Profis, sollte man die Erwartung haben können, zu wissen, was zu tun ist.
Ich bin zutiefst erschüttert über die beschriebene Situation. Da ist so viel Absurdität dabei. (Selbst ein abzufragender Katalog verhindert nicht, mit einem Satz darauf hinzuweisen, dass man nach dem Bewusstseinszustand fragen muss, weil die meisten schnell wieder ansprechbar werden o.ä.)
Victoria, danke, das Du geholfen hast! Du hast nichts falsch gemacht! (Zu einem Hinweis an die enstprechenden Stellen würde ich dennoch raten.)
Liebe Victoria,
ich bitte Dich ernsthaft, geh zur Polizei und mache eine Anzeige gegen den Mitarbeiter wegen Unterlassener Hilfeleistung §323c. Geb den Polizisten den genauen Standort an, von dem Du den Notruf abgesetzt hast. Außerdem die genaue Anrufzeit die in deinem Handy steht. Vielleicht hast Du ja noch Namen und/ oder Adressen von Zeugen…
Dieser Mann muss da weg…
Hallo, HABT IHR SIE NOCH ALLE?
Jetzt wird sogar der Wahrheitsgehalt von Victorias Verhalten angezweifelt? Was für ein Egoproblem habt Ihr eigentlich? Is mir schlecht.
Dass sich der Leitstellendisponent falsch verhalten hat und dafür zur Rechenschaft gezogen werden muss, liegt ja wohl bittesehr auf der Hand!
Einzig nachvollziehbar ist seine mehrfache Nachfrage, was den Einsatzort angeht. Völlig absurd war jedoch, wieder und wieder auf das “persönliche” Ansprechen der Bewusstlosen zu beharren, obwohl Vicoria ihm mehr als deutlich sagte, dass die Frau nicht – in Großbuchstaben NICHT! – reagiert! Sein genervtes Auflegen setzt dem Ganzen die Krone der Dreistigkeit auf.
Bitte, Victoria, zeig diesen Typen an! Überforderung und Scheißjob hin oder her: Das darf nicht passieren, er hat in höchstem Maße fahrlässig und unprofessionell gehandelt und im schlimmsten Fall hätte die Frau seine persönliche Frustration mit ihrem Leben bezahlt.
Klar: Was wir uns davon unabhängig alle nochmal durch den Kopf gehen lassen sollten, ist das “Dranbleiben” in Sachen Erste-Hilfe-Wissen. Meines ist auch verstaubt; der letzte Kurs war ein spezifischer für Kinder, und da war meine Tochter (heute 9) frisch geboren … oioioi. Trotzdem völlig affig, Victoria hier den Vorwurf der unterlassenen Hilfeleistung zu machen. IHR solltet Euch schämen. Pfui Teufel.
Victoria – AN MEIN HERZ, und zwar sofort!
Du hast es schon richtig gemacht. Dein einziger Fehler (und den teilst Du mit geschätzten 97% der deutschen Bevölkerung) war, dass Du das erforderliche Hilfswissen nicht hattest, um direkt einzugreifen. Ich bin mir sehr sicher, dass Du ansonsten ohne zu zögern Dein Telefon an einen untätigen Gaffer weitergegeben und der Frau selbst das Leben gerettet hättest.
Und ich bin mir sicher, dass Du nach diesem Erlebnis – genau wie ich jetzt nach dem Lesen und hoffentlich andere auch – gleich heute einen passenden Erste-Hilfe-Kurs buchen wirst. Deshalb ist es großartig, DASS Du den Vorfall gebloggt hast.
Denkt mal drüber nach, Ihr Klugscheißer!
Habe es gerade vertwittert: http://twitter.com/mogisverein/status/78392774680002560
Eine Antwort war, dass man die Tonaufnahme besorgen könnte.
Wäre vielleicht ganz sinnvoll, für Leute, die nicht glauben können, was sie lesen.
liebe Grüße
Christian Bahls; MOGiS e.V-
Ich habe deinen Blogeintrag an die Pressestelle der Feuerwehr Hamburg weitergeleitet – die sollten das unbedingt lesen.
Erschütternd, was sich der Mensch am anderen Ende geleistet hat.
Ich bitte dich ebenfalls Anzeige zu erstatten. Solche Menschen gehören nicht an solche Positionen.
Es hört sich so an als ob Victoria bei 112 in Berlin angerufen hat. GENAU diese Art von Telefonaten hatte ich öfter und seit Ostern 2008 gilt für mich: nur noch 110 anrufen und sagen das man sich in der Eile verwählt hat aber dringend Hilfe brauch.
Galoppierende Inkompetenz in einer Leitstelle! Hoffentlich ein Einzelfall.
Die Geschichte ist wirklich unfassbar. Gehe Dich beschweren!!!! Du hast alles richtig gemacht. Und der Kerl am Telefon hat den falschen Beruf!!! Wirklich unverantwortlich!!!
*sprachlos*
So.
Und jetzt schalten mal bitte ALLE einen Gang zurück.
Sowohl die, die Viktoria falsches/zu wenig Handeln vorwerfen: offensichtlich wurde ja von anderen Umstehenden Erste Hilfe geleistet -da aber die geschätzten Leser ja nicht selbst vor Ort waren, ist ein pauschales Verurteilen überhaupt nicht möglich und auch nicht angebracht. Höfliches Nachfragen oder Hinweisen ist natürlich erlaubt. Meines Erachtens hat Viktoria alles richtig gemacht.
Ebenso verhält es sich aber auch mit den Kommentatoren, die direkt eine “fristlose Kündigung” des Leitstellendisponenten fordern! Natürlich war das Verhalten des Kollegen augenscheinlich unprofessionell – aber weiß denn jemand der Schnellverurteiler, ob er nicht schon parallel oder nach dem Anruf einen Rettungswagen geschickt hat?
Und es wird vielleicht einige Leute überraschen, aber auch in der Leitstelle arbeiten nur MENSCHEN! Klar, die sind dafür ausgebildet und sollten so nicht arbeiten, aber macht ihr euch eine Vorstellung davon, wieviele Anrufe täglich in einer Feuer- und Rettungsleitstelle einer der Stadt der Größe von Hamburg eingehen? (kurz gegooglet: es sind knapp 1400, d.h. 57 Anrufe pro Stunde – im Schnitt: tagsüber mehr, nachts weniger) Und was die Anrufer teilweise verlangen/wissen wollen? Aus den 500.000 Anrufen jährlich resultieren “nur” 200.000 Einsätze für Feuerwehr und Rettungsdienst… Außerdem kann ja auch die persönliche Situation im Dienst/zu Hause “schlechte Laune” verursachen – sollte nicht sein, aber da kann sich doch niemand von freisprechen!
Selbstverständlich gehört der Vorfall untersucht und der Kollege zur Rede gestellt, ggf muss man tatsächlich die Tauglichkeit für die Leitstelle in Frage stellen, aber das kann man ja erstmal mit einer Anfrage beim Leiter der Feuerwehr erledigen, bevor man tatsächlich Anzeige erstattet…
Fazit: Wenn man keine Ahnung hat (generell und von den Umständen im speziellen) – einfach mal … moderater reagieren!
(Bin Beamter der Feuerwehr einer kreisfreien Stadt mit 1/5 der Einwohnerzahl von HH)
Hast du den Namen zu der Person die ran ging?
Es ist keinesfalls richtig wie es dort abgelaufen ist, ich bin teilweise auch in der Rettungsleitstelle und so DARF keiner der Mitarbeiter dort reagieren!
Wie bereits mehrfach angesprochen wurde, Aufnahmen existieren und eine Anzeige ist hier angebracht denn das grenzt schon an unterlassener Hilfestellung seitens der Leitstelle.
Das mit der Straße ist jedoch korrekt, die muss genauer genannt werden da es häufig Zentrale anlaufstellen gibt und per Handyrufnummern dieses nicht besser zu definieren ist.
Bitte halte mich auf dem laufenden.
Ich hab mal versucht den Mitschnitt zu bekommen, mal sehen ob das klappt. https://scusiblog.org/?p=4264
Sooooo klappt das sicher nicht.
Die Feuerwehr ist eine Landesbehörde, da greift das IFG gar nicht. Außerdem wird hier § 3 Nummer 1 Buchstabe g gelten: Der Anspruch auf Informationszugang besteht nicht, wenn das Bekanntwerden der Information nachteilige Auswirkungen haben kann auf die Durchführung (…) strafrechtlicher, ordnungswidrigkeitsrechtlicher oder disziplinarischer Ermittlungen.
Gute Idee (ironisch gemeint)… das nächste Mal ggf. ohne Schreibfehler? Viel Spaß bei einer Gebühr von bis zu 500 EUR: Muhahaha. ;D
Die Diskussion darüber, ob frau hätte mehr tun können, ist nicht nur ziemlich Panne, sondern sachlich vollkommen falsch. In einer derartigen Situation ist man ausschließlich dazu verpflichtet, Hilfe zu holen. Was ja mit dem zwecklosen Anruf bei der Rettungsleitstelle passiert ist.
Ach und wo ich gerade dabei bin. Ich finde es gut, dass Victoria ihr Erlebnis gepostet hat, sonst wüsste ja niemand davon.
Liebe Victoria,
ich finde, Du hast Dich genau richtig verhalten. Wenn ich mich recht an meinen Erste-Hilfe-Kurs erinnere, lernt man dort, dass man ZUERST professionelle Hilfe holen soll. Wenn mehrere Personen anwesend sind, soll ein anderer währenddessen helfen, zum Beispiel durch stabile Seitenlage. Es nutzt nämlich niemandem, wenn Du stundenlang Erste Hilfe leistest, aber kein Rettungswagen kommt.
Das Verhalten des Leitstellen-Disponenten ist indiskutabel. Er muss es gewohnt sein, dass ständig aufgelöste Menschen bei ihm anrufen und durch die RICHTIGEN Fragen versuchen, für ihn wichtige Antworten zu bekommen.
Eine Frage zu den vielen Anmerkungen: Ist es denn SO wichtig zu wissen, ob die Person ansprechbar ist? Bedeutet das, dass dann kein Rettungswagen kommt? Und was soll das heißen, dass Besoffene keine Hilfe bekommen sollten? Natürlich sind sie selber schuld, aber das ist ein Raser, der einen Autounfall verursacht, unter Umständen auch. Wer ärztliche Hilfe braucht, der muss sie bekommen. Ganz einfach!
Daniela
Hallo,
Ich weiß noch nicht, worüber ich mich mehr ärgere. Über das Verhalten des Mitarbeiters in der Notrufzentrale oder über die arroganten Äußerungen einiger Schreiber.
Wichtig ist, dass man hilft!! Dies sollte in dieser Situation jedem bewusst sein.
Welche Möglichkeiten da jeder Einzelne hat, ist wohl individuell sehr unterschiedlich. Aber auch ein Notruf ist genauso wichtig wie “Erste Hilfe”-Maßnahmen oder auch “nur” das beruhigende Ansprechen der Verunfallten. Insofern hast Du völlig richtig gehandelt!
Viele Menschen, wie ich auch, haben irgendwann einmal einen “Erste Hilfe Kurs” mitgemacht. Ich musste aber das dort Gelernte bisher noch nie in einer solchen Situation anwenden. Ob da alles im entscheidenden Moment abrufbereit ist, wage ich anzuzweifeln, aber irgendwie kommen dann die Handlungsabläufe aus dem Unterbewusstsein zum Vorschein. Dazu kommt noch die Aufregung vor dem ersten Schritt.
Aber um es noch einmal zu betonen: Wer hilft, macht NICHTS falsch!!
Rumstehen, gaffen oder gar Andere behindern ist widerlich und falsch, unabhängig davon, obe es eine gesetzliche Pflicht gibt oder nicht.
Wenn man natürlich professionell, bzw. regelmäßig mit solchen Rettungseinsätzen zu tun hat, geht man auch viel strukturierter an die Hilfemaßnahmen ran. Das kann aber niemand von der Allgemeinheit erwarten. Schon gar nicht hat man mit dieser Erfahrung das Recht, jemanden einen Vorwurf zu machen, wenn dessen Maßnahmen nicht 100% mit dem Lehrbuch übereinstimmen.
Hier ist auch der Vorwurf an den Notrufmitarbeiter zu machen: ER ist der “Profi” und ER muss die Situation einschätzen und den Anrufenden auf die Beantwortung der “W” Fragen hinleiten. Das muss klar strukturiert, konzentriert aber auch einfühlsam und beruhigend erfolgen. Das notwendige Maß an Freundlichkeit kommt dann von ganz alleine.
Die Anrufende, in diesem Fall Du Victoria, kann nichts dafür, wenn die Rettungswache unterbesetzt ist, der Dienst anstrengend war und viel zu lange dauert, dass alle unterbezahlt sind u.s.w. Für den Anrufenden ist es eine einmalige Stresssituation und dessen muss sich jeder Notrufmitarbeiter bewusst sein. In diesem Sinne gehe ich auch davon aus, dass dieser konkrete Fall zwar eine Ausnahme, aber nicht einmalig war. Trotzdem sollte sich der Notrufmitarbeiter wohl doch eine andere Arbeit suchen, an diesem Platz ist er nicht richtig
Einfach unfassbar. Victoria hat alles richtig gemacht. Jetzt muss sie denjenigen nur noch anzeigen.
hmm ich bin auch sprachlos. eindeutig.
ich kenne auch die andere seite der medaille aus sicht der rettungskraft und kenne auch leitstellenbesetzung aber was ich hier nicht ansatzweise nachvollziehen kann ist das verhalten der beamten der leitstelle und ich würde das auch so nicht im raum stehen lassen und würde mindestens eine dienstausichtsbeschwerde in die wege leiten oder gar wegen grober fahrlässigkeit eine strafanzeige wegen verweigerung der notrufsituation stellen. denn auch wir könnten einmal dringend hilfe benötigen und wie du geschildert hast ..ja es zählt jede minute ob nun angetrunken oder betrunken oder mit anderen rauschmitteln voll, völlig egal.
Ich bedauere, dass Du diese Erfahrung machen musstest. Ich habe schon bei weitaus weniger ernsten Situationen den Notruf gewählt, weil ich mir nicht sicher war was ich tun sollte und dachte dann einfach: im Zweifel lieber anrufen!
Dabei wurde ich stets freundlich und geduldig behandelt und es kam auch immer jemand – meist noch mit der Polizei als Backup im Schlepptau, falls sie doch benötigt wird.
Dass Du jetzt so eine schlechte Erfahrung gemacht hast kann ich mir nicht erklären und ich würde vielleicht noch mal über Amt dort anrufen und nach dem Herrn der da Dienst hatte fragen.
Vielleicht kann er sich dann mal in Ruhe erklären.
Ich will einfach nicht glauben, dass ein so einem wichtigen Arbeitsplatz jemand sitzt, der so unmöglich mit den Anrufern umspringt. Da wird man ja an zig anderen Hotlines besser behandelt.
Hallo zusammen aus dem Hessenland,
als Feuerwehrangehöriger hier in Frankfurt a.M. bin ich sehr erstaunt und erschüttert über diesen Bericht.
Die Nachfrage der genauen Adresse ist noch nachvollziehbar, auch hier erlebt man (ohne dies nun böse zu meinen) immer wieder aufgeregte Leute die dann zb angeben “Wir sind vor der alten Oper”.
Da diese aber an 4 Straßen liegt kann eine genaue Angabe die Anfahrt schon wesentlich vereinfachen.
Die Aussage, der Geschädigten das Telefon zu reichen ist jedoch sehr fraglich.
Um nun aber vielen den Wind aus den Segeln zu nehmen.
Die Aufzeichnungen darf man nicht einfach anfordern!
Ich denke, zuerst solltest du dich mit dem Dienstvorgesetzten in Verbindung setzen.
Hier in Hessen ist dies meist der Chef der Feuerwehr.
Anhand deiner Handynummer und deines Namens ist dein Anruf leicht nachzuvollziehen.
Sollte dort nichts geschehen würde ich mich direkt an die Stadt Hamburg wenden.
Heutzutage sollte man über jeden Bürger froh sein, der sich überhaupt noch zutraut Erste Hilfe zu leisten.
Und Erste Hilfe beginnt wie in deinem Fall schon beim wählen der 112!
Ich hoffe dieser Vorfall wird dich nicht davon abhalten in Zukunft weiterhin den Menschen die Hilfe benötigen, Hilfe zukommen zu lassen!
Zum Thema “vor der Alten Oper”: Als Ortskundiger finde ich eine solche Angabe durchaus ausreichend. Wenn mir jemand sagt: “Wir sind vor der Alten Oper”, dann weiß ich ganz genau, wo das ist. Und ein Straßenname würde in dieser Gegend sogar eher zur Verwirrung beitragen. Natürlich kann man immer irgendwie formal konstruieren, dass natürlich ein Straßenname unbedingt gebraucht wird. Aber an der Sache geht das durchaus vorbei. Ich will mich ja jetzt nicht unbedingt an dem Beispiel mit der Alten Oper festbeißen, allerdings haben Sie es ja als Paradebeispiel für eine ungenaue Ortsangabe genannt, also ist es wohl angemessen, darauf hinzuweisen, dass das eben sogar eine besonders genaue Angabe ist. Darüber hinaus gibt es einen Umfahrweg für die Feuerwehr. Wenn der Patient also nicht einfach “vor der Alten Oper” ist, fährt man eben auf diesem Umfahrweg in 20 Sekunden einmal um das Gebäude und da ist es dann eben irgendwo. Abgesehen davon, dass die Adresse der Alten Oper einfach “Opernplatz” lautet. Wobei man immer noch nicht weiß, ob davor, an der Seite oder dahinter. Dann doch lieber “vor der alten Oper” oder “Vor dem Gruner & Jahr Haus” in Hamburg. Ich weiß wirklich nicht, wem so eine Angabe gerechtfertigt nicht reichen kann, wenn es um einen Notruf geht.
Unfassbar das.
Hmm, kann man eigentlich nichts machen ausser Staatsanwaltschaft und Presse informieren, solche Leute haben auf der Dienststelle schlichtweg nichts zu suchen
Leute, wer immer einen Beruf hat, in dem er mit Kunden in Kontakt kommt, sollte wissen, dass Victoria ihre Version hat und der Typ da in der Leitstelle genauso. Und keiner von beiden lügt, jeder hat einfach seine Empfindungen. Ich selbst habe lange das musikalische Programm von Radiosendern zu verantworten gehabt, gottlob kein Job bei dem es um Leben oder Tod geht wie im vorliegenden Beispiel – aber viele Anrufer behandelten mich, als ginge es doch darum. Das heißt gar nicht so sehr, dass ihr Tonfall so daneben war, das war zwar oft der Fall, das wollen wir Victoria aber mal nicht unterstellen. Was aber definitiv auch im obigen Gespräch mitschwingt ist der Eindruck, den ich selbst damals oft hatte: da will mir scheinbar jemand meinen Job erklären. Ich erinnere mich gut, wie mir ein Hörer verbieten wollte Herbert Grönemeyer zu spielen, mit der Begründung, dass “keine Sau den Arsch verträgt”. Das war kurz nachdem “Mensch” herausgekommen ist. Und jeder fachliche Versuch von mir, ihm zu erklären, wurde abgebügelt und grob beantwortet. Und sowas hatte ich auch tägich und das führte für mich zu der Frage, was die Leute eigentlich glauben, was ich den ganzen Tag da mache, etwa auswürfeln welche Lieder ich spiele oder was? Ich erinnere mich sogar an eine Mail, wo mir gesagt wurde, dass Leute wie ich, die offensichtlich ihren Job nicht machen können, in der freien Wirtschaft längst gekündigt wären und das mit Recht. Dass mein Arbeitsplatz in der freien Wirtschaft lag und liegt war ihm offensichtlich nicht klar, so wenig Ahnung hatte er von der Materie. Ich gehe also davon aus, dass die Fragen, die der Leitstellenfuzzi dort oben gestellt hat, durchaus ihren Sinn haben werden, der Typ macht den Job bestimmt nicht erst seit gestern und wird da genaue Richtlinien haben. Und ja: er ist abgehärtet, was panische Anrufer anbelangt, muss er ja auch sein. Natürlich wird er nebenbei längst einen Notarzt dorthin beordert haben, natürlich. Er wird nur einfach unterschätzt haben, dass sein Tonfall in dem Moment auf Victoria deplatziert wirkte und er wird ihre Art als “renitent” empfunden haben.Und das hat der, was schrieb ein Fachkundiger Herr weiter oben?, 57 mal in der Stunde. So und nu frag mal Kellnerinnen, Taxi- und Busfahrer oder Fussball-Nationaltrainer. Jeder hinterletzte Idiot glaubt, es besser zu wissen, große Fresse haben zu können und zu dürfen und sowas artet – nicht ganz zu Unrecht – auch schnell in Verfolgungswahn aus. Die Panik von Victoria – die absolut nachvollziehbar ist – wird in seinem Ohr eventuell als streng bis besserwisserisch angekommen sein.
In so einem Fall erwarte ich aber zumindest soweit Professionalität, dass der Callcenterfuzzi dann bitte auch sagt, dass er den Wagen rausgeschickt hat, aber nun gern noch die genaue Straße hätte, damit der Wagen besser dahin gelotst werden kann.
puh… ich hoffe sowas ist nur ein einzelfall. ich möchte nicht selbst mit herzinfarkt auf dem asphalt liegen, wenn die tolle person, die den notruf wählt so behandelt wird :-/
Das ist ja ein starkes Stück… ab sofort glaube ich keine Statistiken mehr vonwegen 98% aller Menschen laufen einfach vorbei…
Hi Victoria,
das allerwichtigste für eine Notrufabfrage ist die Straße wo der Rettungswagen hinkommen soll.
In Deinem Artikel schreibst Du das der Michel und die Michelwiese Stadtbekannt sei, aber selber weist Du nicht in welcher Straße Du dich befindest.!!!!!
Das das Notrufgespräch außer Kontrolle gelaufen ist liegt auch ein wenig an Dir!!!!!!
Warscheinlich hat ein weiterer Anrufer zwischenzeitlich die Straße genannt, und der Disponent hat dies über einen Kollegen in der Leitstelle mitbekommen und hat daraufhin Dich gefragt was denn passiert sei.
Der Rettungswagen war warscheinlich schon unterwegs wärend Du dich mit den Disponenten auseinandergesetzt hast, sonnst wäre der Rettungswagen nicht so schnell dort gewesen.
Da es bei so einen Vorfall warscheinlich mehrere Anrufe gibt und in der Leitstelle der Feuerwehr warscheinlich mehr als 5 Disponenten sitzen ist es sehr wahrscheinlich das ein anderer Disponent den Einsatz mit einem Straßennamen!!!! fortgeführt hat.
Vieleicht sollte jeder der einen Notruf absetzen will erstmal in Erfahrung bringen in welcher Straße er sich befindet.
Und nur bei der Feuerwehr anzurufen und dann zu meinen mann hätte seine Bürgerpflicht genüge getan reicht nicht. Mann muss der Person auch schon mal helfen und erste Hilfe vor Ort leisten.
Dazu gehört auch das man diese Person auch mal anfassen muss und event. auf den Rücken legt um mit ihr dann zu reden.
ES REICHT NICHT, NUR DEN NOTRUF ABZUSETZEN UND ZU SAGEN DAS WARS ” ICH HABE GEHOLFEN” .
Lass dir das mal durch den Kopf gehen bevor mann so einen Artikel schreibt.
Gruß
Mister X
Du hast meinen Artikel anscheinend nicht bis zum Ende gelesen …
typisch Deutscher Formalismus! Der Mann gehört nicht nachgeschult, sondern einfach entlassen. Er machte sich offenbar nicht die Mühe, Dir in Deiner Situation als geschulter Krisenmanager zu helfen. Keine Lust – Vorschrift – und nochmal Vorschrift. Solche Leute brauchen wir an so sensiblen Stellen. Sehr traurig.
@Mister X:
Genau diese Art von flüchtigem Drüberlesen führt zu genau dieser Art von unnötigen Missverständnissen (und noch viel unnötigerer Anmache der Verfasserin).
Du hast NICHTS verstanden.
Lies nochmal und dann könntest Du Dich eigentlich bei Victoria entschuldigen. Herrjeh nochmal, diese arme Welt!
Hi Mister X, großer Klugscheißer!
Vielleicht bist du ja aus dem Rettungsdienst, wie ich. Dann bist du natürlich cool und weißt jede Straße, in der du dich aufhältst. Aber sorry, nicht nur dort, wo ich komplett fremd bin, fallen mir manchmal Sachen nicht ein. Und Aufregung macht die Sache nicht besser. Das Telefonat zeigt vor allem noch etwas: Großleitstellen sind nicht unbedingt der letzte Hit. Wenn sich Passanten schon nicht auskennen, wäre es nicht schlecht, der Disponent tut es. Oder aber die Technik gleicht es aus, indem sie den Standort anzeigt. Dann kann der Mitarbeiter auch gezielt ein paar Straßennamen vorschlagen, wenn er eine Karte vom System vorgelegt bekommt.
Ob nun die Technik nicht vorhanden war oder versagt hat, bei uns bekommen Leitstellenmitarbeiter für so ein Verhalten eine Abmahnung.
Der Einzige, der hier eine (Nach-) Schulung braucht, ist der Typ, der den Anruf entgegen genommen hat.
Das ist ja wohl ein Unding! Genauso ein Unding sind einige Kommentare hier, die Victorias Verhalten anprangern und sogar den gesamten Hergang anzweifeln.
Ich bin sehr froh, wenn ich höre, dass es doch noch Menschen gibt, die helfen. Sonst hört man ja nur vom Gegenteil.
“Blödmann”
Hut ab, ich finde es toll das Du umgehend reagiert hast und versucht hast zu helfen.
Ich kenne leider selbst auch aus Erfahrung heraus das wegschauen :O(
Ich selbst habe mal zur Karnevalszeit einen Mann im Strassengraben entdeckt, nicht mehr ansprechbar. Draussen waren Minusgrade und als ich den Krankenwagen rief, meinte mein damaliger Freund noch das sein nicht nötig der wäre bertunken…
Ich sagte na und, selbst wenn, der erfriert! Krankenwagen kam und der Verdacht auf Schlaganfall war groß.
Die Helfer waren froh das ich reagiert habe.
Was da aber auf der Leitstelle passiert ist, ist ja echt die Höhe! Ich mein, mitunter zählt wirklich jede Minute und es ist wirklich egal ob der Mensch getrunken hat oder nicht, er ist zu diesem Zeitpunkt hilflos und benötigt Hilfe!!!
Die Dummheit eines Menschen kann grenzenlos sein! Man sieht ja an diesem Telefonat wieder :O(
LG Ela
Hey! Ich finde, du hast vollkommen recht. Was dir da passiert ist, ist wirklich unfassbar. Also…da fehlen einem echt die Worte. Dem Mann müsste man die Leviten lesen. Sowas kann man doch nicht einfach außer Acht lassen. Wenn es nach dem Mann ging, wäre das ja fast ein Scherz gewesen. ô.O Ich habe sowas ähnliches auch mal erlebt. Vor einigen Jahren hat es bei uns auf dem Feld (ich wohne ländlich^^) gebrannt. Man konnte nicht erkennen, ob es ein Flächenbrand war oder etwas anderes. Ich hab sofort die Feuerwehr angerufen und alles durchgegeben, aber der Mann am Telefon hielt mich wohl auch für dumm oder so. 20 Minuten später kam die Polizei zur Kontrolle. Ich bin auch extra da stehen geblieben, für den Fall, dass man mich da irgendwie braucht oder so. Kurz darauf kam dann auch endlich die Feuerwehr mit drei Löschfahrzeuge. Da brannte offensichtlich ein Motorrad in voller montur. Es hätte aber noch viel schlimmer kommen können, weil die Flammen ohnehin schon riesig waren. Aber mich ärgert es genauso, wenn da ewig lange hinterfragt wird, statt das gleich gehandelt und gesagt wird, wir schicken ihnen jemanden raus.
Gerade wenn es um ein Menschenleben geht, sollte man so viel Zivilcourage besitzen und schnellstmöglich handeln. Und das es ständig auf Alkohol zurückführt, find ich ebenfalls dumm. Es gibt doch mehr als genug Menschen, die urplötzlich zusammenbrechen. Sowas nennt man unter anderem auch biologische Ursachen. Gerade bei Schlaganfälle, Herzinfarkt zählt jede Sekunde!!! Echt hammer, was da passiert ist. Aber daumen hoch für dich und jeden anderen, der der Dame sofort geholfen hat.
Diese und andere Geschichten passieren öfters, als es manche vielleicht wahr haben wollen. Denn das sind auch nur Menschen, was keinesfals eine Entschuldigung für das Handeln des Disponenten ist. Fehler passieren leider überall, auch in diesem Geschäft. Was man an diesem Artikel auch merkt, viele laufen daran vorbei und tun nichts, und das ist auch eine Wahrheit, die ich verdammt schlimm finde.
Ohne alle Kommentare gelesen zu haben muss ich nach der Lektüre Deines Artikels sagen, dass ich das Verhalten des Mannes am anderen Ende der Leitung ebenso als Zumutung angesehen hätte. Es ist richtig, dass Du das an die Öffentlichkeit bringst. Wenn der Mann nun “nur” nachgeschult wird, hat er nochmal Glück gehabt.
@Manfred Hilgers: bitte lesen sie da: http://www.n-tv.de/panorama/Wenn-die-112-einfach-auflegt-article3531311.html
(PS: Ich finde, ihren Umgangston äußerst unfreundlich)
Wenn sie berufliche Sachlichkeit als unfreundlichen empfinden, kann ich Ihnen auch nicht weiterhelfen.
Den Artikel von n-tv habe ich gelesen. Wenn die Untersuchung des Vorfalles ergibt, dass der Vorfall wirklich genau so geschehen ist, bin ich gerne bereit zuzugeben, dass ich mich geirrt habe. Bis dahin aber bleibt meine Einschätzung weiterhin die, dass die Wahrheit irgendwo in der Mitte zwischen zwei Schilderungen liegt.
Ich glaube ja eher, man sollte in Deutschland mal Pflichtkurse über das Thema Zivilcourage abhalten. Und sich vielleicht einfach mal überlegen, dass es sich auf Seite der Ersthelfer, der Leitstellen und auch derer, die zu Schaden gekommen sind, um Menschen handelt.
Dieses Geschrei, dieses echauffieren und dieses Zeigefinger emporstrecken in etlichen der Kommentare zeigt m.E. einen wunderbaren Spiegel unserer Gesellschaft.
Die Preisfrage ist jetzt: Machst du es wie alle anderen Blogger, d.h. beklagst du dich lauthals in deinem Blog und tust sonst gar nichts, oder hast du den Mut, eine Anzeige wegen unterlassener Hilfeleistung zu erstatten?
Darauf gehe ich am Ende meines Artikels ein.
Lass Dich nicht beirren – Du hast richtig gehandelt, gestern und auch heute. Wichtig ist doch, dass der Frau geholfen werden konnte und dass man bei der Feuerwehr nun intern der Sache nachgeht.
Und natürlich ist die Sache wahr – wer hier etwas anderes behauptet, hat sie nicht mehr alle.
Du hast richtig reagiert, Victoria. Es ist immer wieder erstaunlich, wie wenige Leute im Ernstfall wirklich etwas tun (außer Gaffen). Selbst wenn man keine Ersthelfer- oder Nahkampfausbildung hat, um Schlaganfälle oder Straßenräuber zu bekämpfen: die Profis holen kann wirklich jeder.
Aber die Profis müssen dann eben auch kommen…
Wir haben neulich den Berliner PolizeiNOTRUF angerufen und hingen etwa drei Minuten(!) in der Warteschleife. Hätte in diesem Moment für uns selbst Gefahr bestanden (z.B., derzeit sehr “beliebt”: Menschen in U-Bahnhöfen tottreten), würde ich heute vielleicht nicht mehr hier sitzen.
Seitdem weiß ich, dass wir hier in einem Drittweltland leben und sich Opfer und Passanten vor allem selbst helfen müssen.
Früher in Frankfurt habe ich auch öfter den Notarzt gerufen, wenn Leute (erkennbar “Junkies”) regungslos im U-Bahnhof lagen. Der Krankenwagen kam auch, aber die Sanis erzählten mir, daß ihre Motivation bei dieser Zielgruppe eher gering sei, wenn sie täglich x-mal zu solchen “selbstverschuldeten Notfällen” müßten und in dieser Zeit für andere Notfälle nicht zur Verfügung stehen. Ist m.E. nachvollziehbar … aber kommen müssen sie bitte trotzdem.
Der Hamburger Feuerwehrsprecher, Herr Stahl, bedauert, dass du nicht direkt angerufen hast. http://www.n-tv.de/panorama/Wenn-die-112-einfach-auflegt-article3531311.html
Natürlich möchte er keine schlechte Publicity. Aber hey, so ist die Welt, voller Öffentlichkeit. Das öffentliche Interesse ist auch ein Wert.
Du hast dich mit dem Bloggen, aber auch am Telefon richtig verhalten. Ich erkenne im Gespräch keine Bevormundung des Mitarbeiters (wie dieser Kommentator http://victoriahamburg.wordpress.com/2011/06/07/112-ihr-anruf-konnte-leben-retten/#comment-258) oder Beleidigung oder Unhöflichkeit, sondern nur völlig normale Reaktionen von dir.
Hoffentlich wird der Mann nachgeschult.
Ich finde das Verhalten des Mannes am Telefon auch sehr unverantwortlich, kann das gar nicht fassen!
Aber genauso fassungslos war ich schon zwei Mal. Wie du schon geschrieben hast, sind die ersten Minuten/Stunden bei Herzinfarkt und Schlaganfall-Patienten entscheidend, aber mein Vater wurde, als er mit Verdacht auf Schlaganfall, ins Krankenhaus eingeliefert wurde, erst einmal 5 (!) Stunden in der Notaufnahme unbeachtet liegen gelassen! Hätte er tatsächlich einen Schlaganfall gehabt, was glücklichweise doch nicht der Fall war, wäre er jetzt womöglich tot.
Ein weiteres Beispiel: Ich rufe einen Krankenwagen weil meine Oma die Treppe herunter gestürzt und bewusstlos ist, sogar mit etwas Schaum vor dem Mund und hervor stehenden Augen, eine schreckliche Erinnerung. Zur Information: Unsere Straße trägt den gleichen Namen wie ein Wohngebiet in der selben Stadt, allerdings gibt es in dem Wohngebiet natürlich eigene Straßen mit ganz anderen Namen UND es ist NICHT möglich von dem Wohngebiet in unsere Straße zu gelangen, obwohl sie durch einen Weg miteinander verbunden sind.
Ich sage als der Dame am Rettungstelefon mindestens DREIMAL, dass ich NICHT den Wohnpark meine, sondern die Straße und sie das doch bitte unbedingt weiter geben soll, weil der Krankenwagen beim letzten Mal auch erst in den Wohnpark fuhr. Was passiert? Nach 30 (!) Minuten taucht dann endlich mal der Krankenwagen auf, obwohl das Krankenhaus gerade einmal 5 Minuten entfernt ist und als ich, sichtlich erregt, frage, was da so lange gedauert hat, sagen mir die Sanitäter, sie wären erst 5 Runden durch den Wohnpark gefahren.
Da frage ich mich doch auch: Muss das sein? Kann man eine kleine Information nicht weiter geben und mir zuhören, wenn ich schon darauf hinweise? Ich hab das ja nicht zum Vergüngen gesagt oder weil ich mich gerade nett unterhalten wollte, während meine Oma bewusstlos ist. Ich finde sowas wirklich unverantwortlich und würde mir das noch einmal passieren, würde ich nun definitiv rechtliche Schritte gegen eine solche Person einleiten, denn die wäre für mich auf jeden Fall schuld an der Verzögerung und damit auch mitschuldig, wenn das dazu führen würde, dass die Hilfe zu spät käme.
Ich selber komme aus dem Rettungsdienst und weiß wovon ich Rede. Auch wenn ein “junky” offenbar bewusstlos am Boden liegt, muss der Rettungswagen Notarzt kommen. Der Beamte in der FEZ verweigert Hilfe und macht sich damit strafbar. Noch was: selbst, wenn du allein vor Ort gewesen wärst, hast du völlig richtig gehandelt. Frau ansprechen->keine Reaktion->Notruf!
Wer was anderes behauptet, darf sich gerne 1.Hilfe kurs bei mir anmelden!!!!
Aber ist doch super, dass man der Sache nachgeht und da nun gehandelt wird, die Sache nicht im Sande verläuft.
Hallo Victoria,
das ist wirklich schlimm was Dir passiert ist – ehrlich und auf der anderen Seite vielen Dank, dass Du überhaupt den Notruf gewählt hast. In unserern heutigen Zeit ist das alles andere mehr als selbstverständlich.
Ich kenne beide Seiten und muss wehement denen widersprechen, die für ein solches Verhalten Verständnis zeigen.
Wieso soll der Mann in der Notrufzentrale eigentlich nicht seinen Job verlieren? Ich habe es leider auch schon selbst erlebt, mit welchen sinnlosen Diskussionen bei einem Notruf wertvolle Zeit verschwendet wird. Ich meine, wenn ein Notruf eingeht, der offensichtlich kein Spaßanruf oder ein Ich-will-nur-reden-Anruf ist (was wohl leider relativ häufig vorkommt), dann MUSS einfach als erstes mal ein Krankenwagen losgeschickt werden, SOBALD die Adresse bekannt ist. Anschließend kann man ja immer noch weitere Informationen durchgeben, die den Krankenwagen auf dem Weg erreicht.
Ich finde es wirklich DAS LETZTE, dass man bei einem Notruf regelmäßig in Diskussionen verwickelt wird, als ob es für die Leitstelle schlicht eine Zumutung wäre, jetzt schon wieder jemanden loszuschicken. Man muss sich bei einem Notruf schon beinahe entschuldigen wegen der Störung. Ich finde das unmöglich. Und so ist Ihr Erlebnis leider, leider eben gerade KEIN Einzelfall.
Sie haben alles richtig gemacht, wirklich alles. Den Fehler hat der Mann in der Leitstelle gemacht und ich glaube, dass es allen (vor allem künftigen Notfällen) besser geht, wenn er rausfliegt. Der Job ist zu wichtig. Und eine Änderung der Prozeduren beim Eingang eines Anruf tut wie beschrieben schon länger not.
Hm – Üblicherweise wird wärhend des Telefonates im Hintergrund automatisch ein Fahrzeug alarmiert, teilweise bleiben Disponenten ja auch am Telefon bis der RD eintrifft – zumindest ist das bei uns so. Laien wissen dass aber meistens nicht, dass eine gleichzeitige Alarmierung erfolgt, d.h. der Dispo kann solange mit Ihnen reden und EH-Anweisungen geben, wie er es für notwendig erachtet. Ich verstehe aber auch die andere Seite, wenn dies eben nicht bekannt ist. Sollter der Dispo vielleciht erwähnen, dass er das Fahrzeug schon losgeschickt hat und jetzt weitergesprochen werden kann, so weiß der Anrufer das etwas passiert.
Dieses Vorgehen halte ich für sinnvoll. Leider war es in diesem Fall nicht gegeben, da der Mitarbeiter abrupt auflegte.
Bei der 110 kann man oder hätte man sofort nachfragen können, ob ein Rettungswagen los geschickt wurde. Die bei der 110 haben auch ein sehr offenes großes Ohr für die Abwimmelungen bei und von der 112 oder sonstigen UNTERLASSENEN HILFELEISTUNGEN.
so etwas kann und darf nicht sein, es geht hier um ein Menschenleben..Eine beschwerde prima die Welt würde doch von so was nichts erfahren.Öffendlich eine erklärung .Jeder muss in seinem Beruf für fehler gerade stehen . Warum nicht hier ,das nenn ich courage .Wer weiss ob es nicht schon mal vorgekommen ist und der Anrufer so behandelt worden ist .Wer in Not ist reagiert impulsiv und denkt erst mal an hilfe und nicht an einen Strassen-namen.es sollte ja auch kein Kaffeplausch werden .
Ich weiss nicht ob so was nicht in die Tageszeitung sollte . Dann passiert glaube ich wirklich was
Hier hat jemand Dienst nach Vorschrift gemacht und damit vorsätzlich ein Leben in Gefahr gebracht. Das Du seinen Fehler so nachsiehst ist echt tapfer. Aber solche Menschen brauchen wir nicht auf diesen Positionen.
Unvorstellbar … man stelle sich vor, so etwas passiert wenn man alleine ist, und es sich um einen lebensgefährlichen zustand handelt! ich hoffe stark, der kollege bekommt einen saftigen anschiss und eine ordentliche nachschulung!
Schön, dass du reagiert hast.
Habe es selbst mal erlebt, dass ein Mann vor mir kurz torkelte und dann zusammengebrochen ist. Ausser mir hat keiner was reagiert, stattdessen gab es noch Beschimpfungen a la “Besoffen mitten am Tag”, als bräuchte man alkoholisierten Menschen nicht helfen. Sehr schnell konnte ich feststellen, dass der Mann einen epileptischen Anfall hatte. Einen Krankenwagen wolte er nicht – er kannte es schon, aber wir haben uns noch einen Moment unterhalten, bis ich sicher war, dass er sich beim Sturz nichts getan hat.
Allerdings würde ich an deiner Stelle Anzeige erstatten. Das Menschen in solchen Situationen verunsichert bis überfordert sind ist nachvollziehbar, ein Mensch der allerdings eine entsprechende Stelle innehat muss damit umgehen können. Natürlich muss der Anrufer einige Fragen beantworten, zb. ist es wichtig zu wissen welche Verletzungen und wieviele Verletzte vor Ort sind und der Ort sollte ziemlich klar sein. Aber selbst ich, die nur selten in HH ist kennt das Gebäude, den Michel und die Wiese.
Hallo Victoria,
Deinen Unmut kann ich nur zu gut verstehen. Als medizinischer Laie habe ich einen Notruf abgesetzt, als meine Frau mit einem Blutdruck von 215/150 im Bett saß, kaum noch Luft bekam, über Übelkeit klagte und schlohweiß war. Ich äusserte den Verdacht auf Herzinfarkt, der Disponent fing an zu lachen und meinte: so sieht kein Herzinfarkt aus. Auch er legte auf, obgleich ich am Anfang des Notrufs, Namen, Adresse, Telefonnummer, Alter der Patientin und bekannten Bluthochdruck angegeben hatte. Ein sofort abgesetzter zweiter Notruf führte zu einem Rettungseinsatz. Meine Frau hatte tatsächlich keinen Infarkt, nur einen Angina pectoris Anfall. Was aus dem Disponenten geworden ist, weiss ich nicht. Anzeige hatte ich erfolgreich erstattet.
MfG Waldengel
Hallo Waldengel,
es freut mich, dass Ihrer Frau gut geht.
Ihre Schilderung weckt bei mir Unbehagen.
Die Rettungszenteren arbeiten professionell und sind sehr hilfsbereit.
Die Telefonate und Daten werden bis mindestens drei Jahre gespeichert.
Um was für eine Leitstelle handelt es sich hier? (HH-Feuer-Wehr)?
Für die Autorin:
Ihre Reation war sehr gut und menschlich. Ein großes Lob für Sie.
Die Leitstellen sind bei betrunkenen Menschen zurückhaltend. Aber dass sie einfach auflegen, wird für die Leitstelle Folgen haben.
Kontaktieren Sie bitte die Pressestelle der Feuerwehr, die Daten sind vorhanden.
Gruß
Hallo maziarworld,
nein, es war nicht HH. Die Leitstelle möchte ich nicht nennen, da dieser Vorfall geklärt wurde und ich selbige nicht in Verruf bringen möchte. Ich hatte es nur geschildert, weil es offensichtlich kein Einzelfall ist, dass Disponenten “menschliches Versagen” an den Tag legen. Welches Leid, welcher Stress und welche Überforderung für Disponenten auftreten kann – das ist ein Aspekt, der leider hier nicht mit diskutiert wird. Ich wünsche all jenen Menschen, die in solch überlebenswichtigen Funktionen arbeiten, dass sie vor und in solchen Situationen auch persönliche Unterstützung und Betreuung erfahren – zu ihrem Schutz und zum Schutz der Hilfesuchenden.
Grüße
Waldengel
hi victoria
einfach nur krass.
pan
Hallo ihr alle
Ich bin selbst Mitarbeiter einer Leitstelle und kann leider das verhalten des Kollegen aus HH nicht nachvollziehen.
Selbst wenn ein Anrufer Laut, Frech oder gar Beleidigend ist, muss umgehend Hilfe geschickt werden, auf solche Situationen ist ein jeder Psychologisch geschult!!!
In unserer Stadt reicht eine Angabe von bekannten aus um den Retter auf den weg zu schicken, einweisen kann mit Sicherheit eine Person vor Ort, was meist nicht wichtig ist, da sich die Fahrer besser auskennen als Taxifahrer !!
Diese Menschen die Notrufe absetzen sind diejenigen die überhaupt erst eine Rettung von Mensch und Sache möglich machen, oder haben sie schon mal gesehen wie ein RTW durch ihre Straße fährt und Leute anspricht ob sie irgendwann einmal Hilfe benötigen.
Leider gibt es in jeder Branche Pfeifen, auch bei der Feuerwehr (!) und gerade dort ist es wichtig, solche Leute aus dem Bereich zu entfernen.
die rechtfertigung der hamburger feuerwehr ist wirklich nur noch ein witz. wenn sowas durchgeht, auch wenns nur halb so schlimm wäre, dann geht gehörig was falsch.
da wird aus arroganz mit menschenleben gespielt und am ende heißt es “korrektes Verhalten”.
das muss doch noch ein nachspiel haben?!
Die ist leider kein Einzelfall, jedoch Gott sei Dank auch nicht der Regelfall.
Der Grund hierfür liegt i.d.R. nicht allein beim einzelnen Disponenten, sondern vielmehr bei den jew. Arbeit- und Gesetzgebern.
Wie kann es sein, daß Disponenten nicht über eine spezifische Ausbildung verfügen? Ja, sie sind Rettungssanitäter, Rettungsassistenten und oder Feuerwehrbeamte, aber darüber hinaus haben sie meist nur eine wenige Stunden umfassende Schulung erhalten, gemäß dem Gedanken “telefonieren kann jeder…”.
Oft findet man in Feuerwehr- und Rettungsleitstellen Kollegen, die dem Einsatzdienst aus gesundheitlichen Gründen nicht (mehr) gewachsen sind, diese Tätigkeit also als “Notlösung” ausüben.
Kollegen, die bei einem offensichtlichen Notruf derartig reagieren haben meines Erachtens in dieser Position nichts zu suchen. Das sture Abarbeiten von Checklisten ohne Einschalten des eigenen Sachverstandes gefährdet im schlechtesten Fall Menschenleben!
Ich würde gerne einmal das standardisierte Abfrageschema sehen bei dem bei einer gemeldeten Bewusstlosigkeit das Telefon an den Patienten weitergegeben werden soll.
Die Frage nach Alkohol wiederum ist berechtigt, denn eine “Schnapsleiche” (Begriff zumindest in der Pfalz gebräuchlich!!) ist evtl dann doch kein Notarzt sondern nur ein Rettungswagen nötig.
Und wir halten dem Disponenten einmal zu gute dass er nicht aufgelegt hat, sondern evtl aufgrund einer technischen Störung das Gespräch unterbrochen wurde.
Axel
Rettungsdienstmitarbeiter
in Rheinland-Pfalz
Die technische Störung hätte dann aber ein perfektes Timing gehabt … Ehrlich gesagt kann ich mir das beim besten Willen nicht vorstellen.
Interessant ist, was du über “Schnapsleichen” schreibst.
Heute erfuhr ich nämlich, dass zuerst nur ein Krankenwagen geschickt wurde, der dann, wegen des sehr schlechten Zustandes der Frau, noch einen Notarzt anforderte.
http://www.hamburg.de/feuerwehr/263028/notrufabfrage-feuerwehr-hamburg.html
Das dürfte das Abfrageschema sein. Nur so für den interessierten Hamburger
Danke für die Info.
Das liest sich sehr sinnvoll, aber dass es bei meinem Anruf präzise durchgeführt wurde, kann ich nicht wirklich erkennen.
Wie auch, wenn das Gespräch plötzlich beendet wird.
Das Verhalten des Disponenten ist nicht in Ordnung, keine Frage, aber auch ein Laienhelfer sollte wenigstens einen vernünftigen Notruf absetzen. (Das hat man mal beim Erste-Hilfe-Kurs für den Führerschein gelernt)
Dazu gehört nunmal der genaue Standort, den man bei Passanten erfragen kann; oder man läuft ein paar Schritte bis zum nächsten Straßenschild.
Und die Aussage “zusammengebrochen” ist viel zu wage. Dahinter könnte sich aus notfalmedizinischer Sicht viel verbergen, z.B. ein Krampfleiden, eine Kreislaufschwäche oder einfach nur ein Sturz mit anschließender Benommenheit.
Wenn man als Ershelfer tätig wird, sollte man sich kurz Zeit nehmen um zur Ruhe zu kommen und die Situation überblicken. Dann kann man auch zielgerichtet Hilfen anforden.
Der korrekte Straßenname wurde genannt und ich habe die Fragen nach dem Zustand der Frau nach bestem Wissen und Gewissen beantwortet. Mehr, denke ich, kann man von einem Ersthelfer nicht verlangen, schließlich hat er in der Regel keine medizinische Ausbildung.
Hallo Viktoria,
Erstmal super für deinen “Mut”. Sehr Klasse finde ich das du folgende Aussage aufgreifst “in den Medien wird gerne über mangelnde Zivilcourage geklagt.” Ich selber war mal in einer ähnlichen Situation (auch Hamburg) wo jemand bedroht und anschließend geschlagen wurde. Mein Notruf hat 2 1/2 Minuten gedauert, da ich mit dem Disponent darüber diskutieren musste warum ich den jetzt Hilfe bräuchte.
Im Nachhinein habe ich mich genauso wie du gefragt, warum habe ich da eigentlich Angerufen.
Hi,
erst vor kurzem passierte es auch mir, das ich Zeuge wurde, wie ein offensichtlich alkoholisierter Fahrradfahrer zu Sturz kam.
Dieser war ansprechbar, aber sichtlich benommen und mit einigen “Aussetzern” so z.B. konnte er sich weder an den Vorfall selbst erinnern, noch an seinen Namen.
Auch ich rief die 112 muss jedoch sagen, das zumindest in diesem Falle alles korrekt ablief. Die Unterhaltung zwischen der Zentrale und mir, meine ich damit. Es erfolgte nach einer Minute nochmals ein Anruf, jedoch von der Polizei, welche sich nach den Vorgängen erkundigen wollte.
Als ich diesen erklärte, dass ich davon nichts mitbekam, da ich gerade im Begriff war, mir einen Gebrauchtwagen zu besichtigen und nur durch die Geräusche des Sturzes auf denselben aufmerksam wurde, da war die Sache gegessen.
Keine 5 Minuten später traf der Rettungswagen ein und die Sanis nahmen ihren Job auf jeden Fall ernst und ihn mit. Mir ist leider nicht bekannt, was nun weiter geschah, doch das von Victoria im Artikel erwähnte Verhalten, ist in keinem Falle die Regel.
Wollte ich nur erwähnt haben…
VG Oli
Hallo, ich komme nicht aus Hamburg aber etwas ärgert mich hier sehr:
Warum wird so etwas Wichtiges in einem Blog diskutiert und warum geben so viele Kommentare ab, die nur eine Seite kennen und nicht bei waren? Der richtige Weg -vor Blog- wäre doch, diesen Vorgang mal offiziell zu machen und das bei der Feuerwehr zu melden. Und dann bin ich noch neugierig, wie man sich so im Detail an die genauen Sätze in einem aufgeregten Gespräch erinnern kann.
Grüße aus Berlin und hoffentlich klärt sich alles
Ich kann mich daran erinnern, weil ich nach dem Vorfall ein Gedächtnisprotokoll geschrieben habe. Wobei ich bestimmt nicht den genauen Wortlaut wiedergebe.
Die Einladung des Pressesprechers würde ich wahrnehmen und fragen, ob ein gemeinsames Anhören des Mitschnitts möglich ist. Im Bereich der Nutzerforschung (Usability) gilt das ungeschriebene Gesetz: der Nutzer hat Recht, dann müssen bspw. das Design oder die Abläufe daran angepasst werden. So auch hier. Damit sowas eben nicht wieder passiert und der Notarzt vielleicht 5 Minuten früher kommt.
Grüße,
Ralph
Ach Du Arme. Aber verstehen kann ich es schon wenn vorher genau geprüft wird was vor Ort los ist.
Oft müssen die Leute raus ohne das es notwendig ist und das kann auch Leben kosten. Auf jeden Fall kostet es dann aber eine Unmenge an Geld.
In dieser ganzen Diskussion hier, sollte man vielleicht auch nicht übersehen das Victoria merhfach erwähnt hat, dass die Person nicht ansprechbar ist. Wenn sich der Verlauf wirklich so ereignet hat, frage ich mich schon die ganze Zeit, warum darauf bestanden wurde, dass die hilflose Person das Telefon halten sollte oder gar antworten sollte, wenn doch mehrfach betont wurde das sie dazu nicht in der Lage ist?
Ich hab sowas leider auch schon erlebt. Mein Kind war am Fiebern mit 40.3 trotz Fieberzäpfchen, somit rief ich 112 an und habe gleichzeitig versucht mein 9Monate altes Kind zu beruhigen, leider hat mein Kind dann einmal im Hintergrund gelacht, somit kam von der 112 die Antwort, das es dem Kind ja gar nicht so schlecht gehen könnte und hat aufgelegt. Unglaublich und mir fehlen noch heute die Worte das ein Menschenleben so behandelt wird.