Fake

Nie fiel mir ein Text schwerer. Nie war ein Text so persönlich wie dieser. Und: Nie war mir ein Text wichtiger.

Ich habe lange überlegt, ob und wie ich ihn schreiben soll. Lustig? Von oben herab? Mit der Attitüde „Alter, du kannst mir GAR NICHTS“? Leider wird das der Sache nicht gerecht. Was mir passiert ist, ist weder lustig, noch leicht zu verarbeiten.

Mir ist bewusst, dass ich mich mit meiner Ehrlichkeit eventuell zur Zielscheibe der Art von Menschen mache, die zu jedem Thema etwas zu sagen haben und generell alles besser wissen. Ich weiß aber auch, dass viele Menschen – besonders Frauen – mich verstehen werden, weil sie nachvollziehen können, wie leicht man in solche Situationen geraten kann.

Ich schreibe diesen Blogartikel in der Hoffnung, Frauen zu warnen und davor zu bewahren, Ähnliches zu erleben.
Ich versuche, mich kurz zu fassen, wobei die Komplexität des Falles dadurch natürlich nicht darstellbar ist. Und gerade Gefühlswelten, Machtspiele, Manipulation und emotionaler Druck so schwer zu vermitteln sind.

Ende September 2011 lernte ich via Twitter einen Mann kennen. Er schrieb mir einen Reply auf einen harmlosen Eltern-Kind-Tweet und so begann der Kontakt.
Er hieß Kai, kam aus Münster, arbeitete dort als Physiotherapeut mit Kindern, hatte aber zu dem Zeitpunkt gerade erst seinen 4-monatigen Jahresurlaub bei seinen Eltern in den USA und auf Jamaika angetreten.

Wir schrieben und schrieben. Zunächst in der Timeline, dann (ihr kennt das …) DMs, dann – weil wesentlich unkomplizierter – via WhatsApp. Es verging bald kaum eine Stunde, in der wir keine Messages austauschten. Er war unglaublich einfühlsam, tiefsinnig und interessiert. Auf meine Bitte hin erzählte mir seine komplette Lebensgeschichte. Und die seiner Familie. Sehr detailliert.

Nach ca. 3 Wochen gestand er mir, sich verliebt zu haben. Mir ging es genauso. Es ist sehr leicht, sich in jemanden zu verlieben, wenn man sich über Wochen gegenseitig so viel Aufmerksamkeit schenkt, seine engsten Gedanken ausgetauscht hat und merkt, dass man sich komplett auf einer Wellenlinie befindet. Das war es also, dieses mystische „seelenverwandt“. Wenn es auf jemanden zutraf, dann auf uns.

Trotz der räumlichen Trennung begann eine wundervolle Zeit. Was sind schon vier Monate, wenn man verliebt ist? Ein absehbarer Zeitraum. Und wir wussten immer voneinander, was der andere gerade tat.

Er sagte, bisher hätte ihn das Internet nicht interessiert. Nun war es für uns die einzige Möglichkeit, beieinander zu sein, ohne es zu sein. Wir meldeten jeder extra für den anderen einen eigenen, auf privat gestellten Instagram-Account an und er lud im Laufe der Zeit über 1.200 Fotos für mich dort hoch. Dokumentierte so seine Urlaubserlebnisse, zeigte mir seine Familie, Freunde, die Orte, an denen er sich gerade aufhielt.

Außerdem erstellte er einen Facebook-Account, um unsere Kommunikation weiter zu erleichtern. Bald hatte er dort Freunde aus Deutschland und Amerika, sowie drei seiner Geschwister, die seine geposteten Bilder und Texte kommentierten. Allen voran sein bester Freund Chris, ein Kinderpsychologe, der in San Diego lebte und mir irgendwann mailte, weil er, als Kind einer deutschen Mutter und eines kanadischen Vaters, in Hamburg aufgewachsen und lustigerweise auf dasselbe Gymnasium gegangen war wie ich. Zwar Jahre später – aber wir hatten beide teilweise dieselben Lehrer gehabt und schwelgten in lustigen Erinnerungen.
Auch Kais Geschwister schrieben mir, der „Freundin“ ihres Bruders, von Zeit zu Zeit.

Ich bekam von Kai seitenlange Mails, genau auf mich und mein Seelenleben zugeschnitten. Außerdem telefonierten wir via Skype fast jeden Abend stundenlang. (Anmerkung: Dass wir nicht die Cam dazu anmachten, war im Nachhinein natürlich ein grober Fehler. Zum damaligen Zeitpunkt geschah das eher aus Achtlosigkeit. Durch die Zeitverschiebung war es meist sehr, sehr spät. Ich hatte ja all seine Bilder – und sogar Videos von ihm. Es war nicht so, dass er es strikt ablehnte, es kam einfach nie dazu. Einmal war tatsächlich ich es, die eine Verabredung zum Videoskypen absagte, weil ich zufälligerweise genau an dem Abend spontan arbeiten musste und deswegen keine Zeit für ihn hatte.)
Er hatte immer ein offenes Ohr. Schon nach kurzer Zeit war es für mich kaum noch vorstellbar, mich nicht mit ihm austauschen zu können. Er wurde mir immer wichtiger. Ich fühlte mich damals sehr allein. Ein rein subjektiver Eindruck, denn ich habe eine tolle Familie und super Freunde. Trotzdem – wirklich verstanden fühlte ich mich irgendwann nur noch von Kai.
Dabei wurde er streckenweise sehr hart. Ihm missfiel z.B., dass ich twitterte, denn seiner Meinung nach lenkte ich mich dadurch viel zu sehr vom Real Life ab und gab zu viel von mir preis. Und wem? Fremden!
Na ja. Recht hatte er ja irgendwie. Und außerdem schrieb ich ja quasi 24/7 nur mit ihm. Ich hatte gar keine Zeit mehr für etwas anderes. So hörte ich von einem Tag auf den anderen mit dem Twittern auf. Für ein ganzes Jahr. Es war kein spektakulärer Abgang. Nein, ich schrieb einfach nichts mehr.
Und es fehlte mir nicht. Ich hatte ja ihn. Er überschüttete mich mit Aufmerksamkeit, schickte Liebesbriefe per Post, sogar Blumen. Und irgendwann dann Geschenke für mich und meine Söhne.
Viele Geschenke. Wirklich liebevoll ausgesucht. Und Postkarten an meine Mutter.

BLOG Briefe

Wir hatten uns noch immer nicht getroffen. Aus familiären Gründen musste Kai seinen Aufenthalt in den USA verlängern und langsam begann es doch, zu schmerzen – zumal zwei Termine, in denen er eigentlich für wenige Tage in Deutschland sein wollte und wir verabredet waren, geplatzt waren.

Er lud mich mehrfach in die Staaten ein, aber ich konnte und wollte nicht mal eben so nach Amerika fliegen. Ich hätte auch Angst gehabt. Für mich war klar, dass das erste Treffen in Deutschland stattfinden musste, mit der Möglichkeit, schnell wieder nach Hause zu kommen, falls es Probleme in irgendeiner Form geben würde.

Also hieß es warten.
Wir beide litten sehr darunter, aber die Aussicht auf eine dann ja wohl doch demnächst beginnende gemeinsame Zeit in Deutschland ließ mich immer wieder alle Zweifel beiseite räumen.
Außerdem: Würde jemand, der es nicht ernst mit mir meinte, so viel Zeit, Aufmerksamkeit und letztlich auch Geld für Geschenke investieren? Nein. Das wäre absurd!

Die Zeit verstrich.

Mittlerweile schrieb Chris auch meinen beiden besten Freundinnen auf Facebook und baggerte sie nach kurzer Zeit an. Eine ließ sich darauf ein und begann mit ihm eine Art Internetaffäre. Sie, die Frau, die das Internet eigentlich verachtete und außer auf Facebook nirgendwo im Netz vertreten war, erzählte mir plötzlich von leidenschaftlichen Nächten am Telefon und war hingerissen von diesem Mann aus dem Web, der – wie ich zugeben muss – außerordentlich gut aussah.
Aber sie begann sich ebenfalls zu wundern, denn auch Chris hatte – genau wie Kai – teilweise sehr harte Ansichten, wie Frauen zu sein hätten und wie nicht. Während z.B. Chris auf hunderten von Strandbildern bei Instagram und Facebook sein Sixpack präsentierte, war eine Frau, die sich im Bikini postete in seinen Augen eine „Bitch“.

Chris und Kai benutzten beide auch Formulierungen, bei denen meine Freundin und ich eher die Augen rollten. Von „Dark Energy“ und „Lost Souls“ sollte man sich unbedingt fern halten. Stattdessen positiv und vertrauensvoll an alles herangehen.
Beide erzählten immer wieder von Ex-Freundinnen, die nach Ende der Beziehung hinter ihnen her gestalked hätten. Mittlerweile ist mir klar, warum. Aber damals konnte ich mir das beim besten Willen nicht erklären.

Um diesen Blogartikel voranzutreiben haue ich euch jetzt ohne Vorwarnung die Fakten um die Ohren. Genauso, wie meine Freundin es damals tat.
Es traf mich aus dem Nichts. Ich hatte zwar öfter auch schon, ganz hinten im Kopf, diese Gedanken gehabt, aber immer wieder weggeschoben. Denn es hätte doch alles keinen Sinn ergeben …

Sie hatte herausgefunden, dass „mein“ Kai in Münster nicht existierte. Er war weder dem Einwohnermeldeamt bekannt, noch der Schule, an der er angeblich gewesen war. Auch bei seiner Arbeitsstelle kannte man ihn nicht. Kai existierte nicht! Er war ein Fake.
Das riss mir den Boden unter den Füßen weg. Die Tatsache, dass ALLES, jede Form der Kommunikation, jeder Fakt, den mir dieser Mensch erzählt hatte, gelogen und vorgetäuscht war!

Um einen Weg zu finden, damit umzugehen, machte ich mich als Erstes daran, den Mann ausfindig zu machen, der auf den über Tausend Bildern zu sehen war. Mit Hilfe des Internets gelang es mir.
Es handelt sich um einen sehr netten Künstler aus Amerika, der mit der Sache nichts zu tun hat und dementsprechend geschockt war. Mit ihm stehe ich heute noch in Kontakt.

Als Zweites ging ich zur Polizei und gab dort den Fall zu Protokoll. Mich beunruhigte: Warum machte sich jemand so viel Mühe, betrieb diesen Aufwand – finanziell und zeitlich? Wofür? Was war das Ziel hinter der ganzen Aktion? Was machte dieser fremde Mensch mit dem Wissen über mich und meine Familie? Wer steckte dahinter? Die Polizei war ratlos. Genau wie ich.

Als Drittes stellte ich „Kai“ via Skype zur Rede. Er gab sich erschrocken, er weinte. Er hätte sich nur wegen seines Freundes Chris bei Twitter angemeldet und dort wegen seines Jobs anonym bleiben wollen. Darum hätte er ein fremdes Profilbild genommen. Und er hätte ja nicht ahnen können, dass er sich dort verlieben würde. Es hätte sich eine Eigendynamik entwickelt, aus der er nicht mehr herausgekommen wäre.
Schließlich hätte er doch mir gegenüber behauptet, auf dem Bild wäre er zu sehen. Und ich hätte mich doch in den Mann auf dem Bild verliebt.
Und er hätte mich nicht verlieren wollen und darum weiter falsche Bilder geliefert. Und überhaupt … es täte ihm so unglaublich leid, dass er mir das angetan hätte.
All seine Freunde (die ich von Facebook kannte) hätten sich schon von ihm abgewendet, weil sie seine Tour so mies gefunden hätten. Und Chris hätte mich sogar zu sich nach San Diego einladen wollen, um mir dort die Wahrheit zu sagen. Weil er, Daniel (so sein „richtiger“ Name) sich einfach nicht getraut hätte. So etwas könne man doch nicht via Internet sagen, das müsse doch von Angesicht zu Angesicht geschehen.
Und im Übrigen hätte er eine so schwere Kindheit gehabt und darum nun massive psychische Probleme, wenn es darum ginge, sich anderen zu öffnen und anderen zu vertrauen.

Und an dieser Stelle schlagt mich bitte, denn … ihr ahnt es vielleicht … ich war so verliebt, war so emotional von seiner Aufmerksamkeit abhängig, dass ich ihm verzieh.

Uff.

Ab dieser Stelle mache ich es kurz, denn der Mann ist nicht vieler weiterer Seiten wert. Ich verzieh ihm, aber mein Grundvertrauen war zerstört.
Ich blieb wachsam. Die ganze Zeit.

Ich bekam neue Bilder eines neuen Mannes. Da es mir bei ihm nie um die Optik, sondern immer um den Gehalt der Gespräche etc. gegangen war, war mir das Aussehen tatsächlich relativ egal – allerdings fielen mir recht schnell Unstimmigkeiten auf den Fotos auf. Mal hatte er z.B. kurze, mal längere Haare, behauptete aber stets, die Bilder seien am gleichen Tag aufgenommen worden.
Er erzählte weiter von seinen Erlebnissen, belegte alles mit Fotos. Unsere Gespräche waren weiterhin tiefsinnig, aber es kam immer öfter zum Streit, weil er z.B. nicht ertragen konnte, dass ich mich mit meinem besten Freund traf. Dass ich sogar mit ihm in Urlaub fuhr.
Oder, weil ich es wagte, einen Tweet zu schreiben. Einen einzigen Tweet! Dafür wurde ich mit einer Woche eisigen Schweigens gestraft.
Auch meine Aktivitäten bei Facebook, wo er inzwischen mit seinem „echten“ Profil mit mir befreundet war, boten immer wieder Zündstoff.
Ich würde flirten, belangloses Zeug schreiben, meine Freunde wären oberflächlich etc.
Uns beiden erschien es dann als das Beste, uns dort wieder zu entfreunden.

Zu einem riesigen Knall kam es aber, als ich herausfand, dass er sich durch einen ganz einfachen Trick (den ich hier, um Nachahmungen vorzubeugen, nicht nennen werde), jede Nacht, wenn ich schlief, Zugang zu meinem Profil verschaffte und so jede meiner Aktivitäten weiter mitverfolgte.

Die Situation wurde immer unerträglicher und mir fielen immer mehr Unstimmigkeiten auf. Ich sprach ihn darauf an, er hatte immer wieder spektakuläre Ausreden. Um mich von seiner Echtheit zu überzeugen, wurden sogar medizinische Dokumente gefälscht und per Mail geschickt, sowie eine Frau herangezogen, die mich anrief und sich als Daniels Schwester ausgab.
Es kamen immer mehr, teils wirklich kriminelle, Lügen zum Vorschein. Aus rechtlichen Gründen darf ich auch darüber nicht detailliert schreiben, habe aber alle Beweise gesichert.

Ich fand einen Fakeaccount von ihm nach dem anderen. Auf nahezu allen Social Media-Plattformen.
Ich fand heraus, dass es sich bei Kai/Daniel und Chris um ein- und dieselbe Person handelt. Dieser Mann hat also parallel über einen, wenn auch kurzen, Zeitraum mit meiner Freundin online „wilde Dinge“ gemacht, während er mir die große Liebe vorspielte.

Wo ich mir vorher noch einreden konnte, dass es sich um einen armen, psychisch kranken Mann handelt, der mich wirklich liebt, im wahren Leben aber eben nicht lieben kann, wurde mir nun mit voller Breitseite die Realität vor den Latz geknallt.
Nein, der Typ genießt es, zu manipulieren.
Menschen gegeneinander auszuspielen. Er versucht, auch Einfluss im Real Life zu bekommen. Er benutzt Frauen wie Spielfiguren, die er auf einem imaginären Schachbrett bewegt. Mir fallen im Nachhinein unzählige Begebenheiten ein, die diesen Eindruck bestätigen, die ich aber immer wieder verdrängt hatte. Weil es doch nicht sein kann, dass jemand so ist.
Weil ich eben gar nicht so bin.

Er benutzt für „Chris“ die Fotos eines amerikanischen Fotografen, der mittlerweile darüber Bescheid weiß. Dieser Mann ist so dermaßen attraktiv, dass allein schon dadurch viele Frauen eine Konversation mit Mr. Fake beginnen.

Ich habe herausgefunden, dass er mit Hilfe anderer Fake-Persönlichkeiten schon seit mindestens 2000 „tätig“ ist. Ich sprach mit mehreren Frauen, die alle mit ihm zu tun hatten. Keine hatte bemerkt, dass es sich um einen Fake handelt. Er hat immer das gleiche Spielchen gespielt. Er war der aufmerksame Zuhörer mit den großen Gefühlen. Als Variation spielte er dann entweder Frauen gegeneinander aus, indem er sie eifersüchtig machte oder er versuchte, ihnen „das Internet“ auszureden. Bisher gelang es mir nicht, eine Frau zu finden, der er – so wie mir – die große Liebe vorspielte.
Aber ich bin mir sicher, auch davon gibt es etliche.

Wie geht man mit so einer Situation um?
Diesen Mann einfach laufenlassen? Die Sache vergessen? Das ist in etwa so, als wäre ein Stalker in deiner Abwesenheit in deine Wohnung eingedrungen, hätte in deinem Bett geschlafen, dein Tagebuch und deine Fotokiste mitgenommen – und dir wird gesagt: „Ach, vergiss den. Der hat dich doch nicht angefasst“.
Falsch. Dieser Mann ist in mein Leben eingedrungen, hat sich mit Manipulationen eingeschlichen. Hat mich und meine Freunde belogen und betrogen. Natürlich war ich naiv, natürlich habe ich viel zu lange mitgemacht. Aber aus einer Hilflosigkeit heraus. Am Anfang aus Liebe (zumindest dachte ich das), dann aus einer gewissen Form der Abhängigkeit heraus, dann, weil ich das Ganze zu einem Ende, zur Aufklärung bringen wollte.

Es tut wahnsinnig weh. Das Vertrauen ist schwer angeschlagen. Es ist immer noch die große Unwissenheit darüber da, was das Ziel dieser ganzen Sache war/ist.

Wer ist er? Wer ist seine Komplizin? Werden die Instagram- und Facebook-Fotos, die er von mir hat, gerade in einem neuen Fakeprofil benutzt? Und was kann ich dagegen tun?

Mein erster Impuls war, ihn zu kriegen, einen Hacker zu finden, rechtliche Schritte einzuleiten (in USA sind die Stalking-Gesetze viel strenger als bei uns). Letztere Möglichkeit behalte ich mir vor.
Aber ich denke, einem Mann wie ihm wird auch ein richterlicher Beschluss nichts anhaben können. Dafür ist die Versuchung und das Netz viel zu groß. Er löscht die alten Accounts und bastelt sich neue. Wenn man weiß wie, eine Frage von Minuten.

Was wirklich erschreckend ist, ist die Dimension dieses Betruges. Dieser Mensch ist in mindestens 24 von mir nachrecherchierte und mir inzwischen als Fake bekannte – männliche wie weibliche – Identitäten geschlüpft und hat gleich mehrere ganze LEBEN vorgetäuscht, um sein Lügengerüst zu stützen.
Seit 13 Jahren.

Das Einzige, was mir zur Zeit bleibt ist, darüber aufzuklären, was mir passiert ist. Andere Frauen zu erreichen und vielleicht zu verhindern, dass sie auf so etwas hereinfallen. Nur damit kann man so einem Menschen Einhalt gebieten. Wo keine Opfer mehr sind, MUSS dieser Typ aufhören.

• Achtet darauf, mit wem ihr kommuniziert.
• Wenn ihr ernsthaft interessiert seid, trefft euch so bald wie möglich. Werdet misstrauisch, wenn immer wieder etwas dazwischen kommt.
• Nehmt bei Facebook nur Menschen an, die ihr persönlich kennt oder dessen Echtheit ,verbürgt‘ ist.
• Überlegt ganz genau, welche Informationen ihr von euch preisgebt.
• Achtet auf eure Account-Einstellungen. Überprüft, ob ihr wirklich Kontrolle darüber habt, welche Bilder und Informationen öffentlich zugänglich sind. Stellt Privates auf ,privat‘.
• Sprecht mit anderen, wenn euch etwas komisch vorkommt. Lasst euch von Niemandem isolieren.

Das Netz ist voll von tollen Leuten. Überlassen wir es nicht den Anderen!

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Ergänzung

25. November 2014

Liebe Leser,
seit der Veröffentlichung dieses Blogposts sind fast anderthalb Jahre vergangen.
In der Zeit ist viel passiert. In Fake 2, gepostet im November letzten Jahres, erfahrt ihr, wie es weiterging und wer letzten Endes hinter dem Fake steckte.

Ich war erschrocken über die riesige Resonanz. Bis heute erhielt ich fast 400 Zuschriften von anderen Betroffenen, die mir ihre persönlichen Fake-Erlebnisse berichteten, mich um Hilfe bei der Recherche oder um emotionalen Beistand baten.
Angespornt davon befasse ich mich mittlerweile sehr ernsthaft mit RealFakes (Fakes, die so gut gemacht sind und aufwändig arbeiten, dass sie wirklich real erscheinen).
Ich habe dazu die Website www.realfakes.net publiziert, die Informationen zum Thema gibt, und berate und helfe Betroffenen.

Herzliche Grüße,
Victoria

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